Wasserpistole statt Revolver

Apple ersetzt sein altes Pistolen-Emoji – und verrät damit viel über die Debatte um Waffengewalt.
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Bild: Screenshot/Apple

Es geht bei der Grundwahrnehmung ja schon los: Wer als junger Europäer einen gezeichneten Revolver sieht, denkt dabei  an Cowboys, Fasching in der Grundschulturnhalle und Luftballontanzen. Bei Apple in den USA sieht man das anders. Auf allen Apple-Geräten soll anstatt des gewohnten Revolver-Emojis künftig eine grün-orangene Wasserpistole zu sehen sein. Denn: Revolver sind ja trotz Comic-Emoji-Niedlichkeit immer noch Waffen, die zum Töten von Menschen erfunden worden sind. Die Wasserpistole ist daher offenbar als Reaktion auf die US-Debatte zum Thema Waffengewalt zu verstehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple etwas gegen Waffen im Emoji-Universum unternimmt: Erst vor Kurzem hatte sich das Unternehmen erfolgreich gegen ein Gewehr-Emoji zur Wehr gesetzt. Ob das Vermeiden von Emoji-Waffen tatsächlich irgendetwas an der Debatte ändert, ist allerdings fraglich – fast zeitgleich mit der Ankündigung des neuen Emojis beschloss der Bundesstaat Texas, das Tragen von Waffen auf dem Campus zu erlauben. Womit die Emoji-Waffen mal wieder eine der vielen Augenwischer-Diskussionen sind, die vom echten Thema ablenken: echten Waffen. Viele Tweets wiesen deshalb auch daraufhin, dass Apple mit seinem Wasserpistolen-Emoji an dieser US-amerikanischen Realität nicht viel ändern würde:

Die Wasserpistole ist Teil einer ganzen Reihen neuer Symbole, die ab September verfügbar sein sollen und allesamt eine politsche Dimension haben. Im Gegensatz zur Pistole geht es bei den meisten aber um mehr Diversität – sie zeigen alleinerziehende Eltern, eine Bauarbeiterin oder eine Gewichtheberin.

qli

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