Kein Ausbildungsplatz und selber schuld?

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Die Bewerber um Lehrstellen können sich laut den Unternehmern oft weder mündlich noch schriftlich richtig ausdrücken, sie beherrschen „elementare Rechenfertigkeiten“ nicht und sie sind außerdem nicht leistungsbereit. Ein Unternehmer klagt in der Umfrage, dass er trotz einer Flut von 150 eingegangenen Bewerbungen keine fünf geeigneten Auszubildenden gefunden habe. Ein anderer Arbeitgeber schreibt: „Trotz Ausbildungsplatzmisere haben wir die Situation, dass uns auf der einen Seite Auszubildende immer wieder absagen, auch wenn der Vertrag bereits unterzeichnet wurde. Auf der anderen Seite erscheinen Bewerber völlig unvorbereitet zu Vorstellungsgesprächen und haben von der gewünschten Ausbildung wenig bis keine Vorstellung.“

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

[i]Lehrstellen sind Mangelware. Sind es gute Bewerber auch?[/i] Ist die Schulausbildung in Deutschland wirklich so schlecht und wächst da eine ganze Generation von demotivierten Arbeitslosengeld-II-Empfängern heran? Dass die DIHK gerade jetzt über schlechte Bewerber klagt, ist natürlich kein Zufall: Jedes Mal wenn, eine neue Hiobsbotschaft vom Lehrstellenmarkt kommt, beschweren sich die Gewerkschaften über die ausbildungsunwilligen Betriebe und damit nicht die ganze Schuld an den Arbeitgebern hängen bleibt, klagen die dann wiederum über die ausbildungsunfähigen Bewerber. Eine Schätzung des Arbeitsamtes zeigt aber, dass es zumindest nicht nur an den Bewerbern liegen kann: Sogar wenn jeder Unternehmer alle angebotenen Ausbildungsplätze mit geeigneten Anwärtern besetzten könnte, wären noch immer 31 000 Jugendliche ohne Lehrstelle.

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