Wie man sich nie bewerben sollte (XII). Heute: adidas

Beim Bewerben, ganz wichtig, wollen wir den Personalchef beeindrucken. Mancher von uns schießt dabei arg übers Ziel raus: In unserer Kolumne erzählen Personalchefs von ihren Erlebnissen und sagen, auf was es beim Bewerben ankommt. Im zwölften Teil erzählt Tina Vollmer, warum man bei adidas besser mit den richtigen Turnschuhen erscheint und wieso ein Anzug nicht immer notwendig ist. Vollmer ist Human Resources-Managerin der Adidas-Group in Herzogenaurach.
kristin-matousek

Im Großen und Ganzen sind die Bewerbungen die bei uns eingehen sehr typisch und standardisiert. Trotz allem kommt es häufig vor dass vor allem Lebensläufe schlecht gegliedert sind oder wichtige Angaben vergessen werden. Zeit- und Ortsangaben zum Beispiel. Neulich erst habe ich einen Lebenslauf in der Hand gehabt, in dem stand, dass die Person 2006 ein Praktikum gemacht hat. Wann allerdings genau und vor allem bei welchem Unternehmen und in welchem Bereich, das wurde nicht erwähnt. Das sind natürlich Informationen, die für uns in der Personalabteilung sehr wichtig sind. Einfach um zu sehen, in welchen Tätigkeitsfeldern der Bewerber bereits Erfahrungen gesammelt hat. Um zu beeindrucken, überlegen sich die Bewerber auch gerne mal ein wenig mehr. Hin und wieder erreichen uns viel zu große und viel zu unhandliche Mappen, die sehr aufwendig zusammengeschnürt wurden. Da kostet uns das Öffnen der Bewerbung oftmals mehr Zeit als das Lesen. Solche Ideen sind zwar an sich sehr schön und auch nett gemeint - doch in erster Linie kommt es auf den Inhalt an und der sollte so handlich wie möglich verpackt werden. Vor allem bei Stellen mit besonders hohem Bewerberaufkommen muss darauf geachtet werden, dass die Bewerbungen vom zuständigen Personalleiter leicht gelesen werden können. Im kreativen Bereich, beispielsweise in der Adidas-Design-Abteilung mag es aber schon sein, dass eine kreative Bewerbung einen besseren Eindruck macht. Ganz wichtig ist, dass viele Bewerbungen heute elektronisch weiter verarbeitet werden. Von daher sollte darauf geachtet werden, dass Anhänge oder Ähnliches nicht an das Papier getackert werden - und Kopien immer einseitig beigelegt werden. Wer allerdings auf all diese Feinheiten verzichten will, kann sich auch per Mail bewerben. Diese Form von Bewerbung wird früher oder später sowieso Standard sein. In welchem Outfit die Person erscheint, ist nicht relevant. Selbstverständlich sollte man nicht in einer zerrissenen Hose und verdreckten Schuhen kommen. Ein Anzug aber, in dem sich der Bewerber offensichtlich nicht wohl fühlt, ist nicht ausschlaggebend für ein positives Erscheinungsbild. Wir sind ein Sportartikelhersteller, und deswegen ist legere Kleidung bei uns kein Problem. Einige Bewerber trugen beim Bewerbungsgespräch allerdings Sneakers von Nike. Das war dann doch eher unsensibel und es wäre gut, darauf zu achten, dass die Schuhe nicht offensichtlich von der Konkurrenz kommen. Sich aber extra das neueste Adidas-Modell zu kaufen - das ist zuviel des Guten. Ein natürliches und selbstbewusstes Auftreten und eine gute Vorbereitung auf das Gespräch sind das A und O für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. +++

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Illustration: Julia Schubert

Tina Vollmer +++ Hier Teil eins der Personaler-Kolumne: die Werbeagentur Hier Teil zwei der Personaler-Kolumne: Greenpeace Hier Teil drei der Personaler-Kolumne: Siemens Hier Teil vier der Personaler-Kolumne: MTV Hier Teil fünf der Personaler-Kolumne: der Personalberater Hier Teil sechs der Personaler-Kolumne: McDonald`s Hier Teil sieben der Personaler-Kolumne: IKEA Hier Teil acht der Personaler-Kolumne: Lufthansa Hier Teil neun der Personaler-Kolumne: Burda Hier Teil zehn der Personaler-Kolumne: HypoVereinsbank Hier Teil elf der Personaler-Kolumne: Fotoagentur Corbis

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