Wie man sich nie bewerben sollte (XIII). Heute: Peek&Cloppenburg

Beim Bewerben, ganz wichtig, wollen wir den Personalchef beeindrucken. Mancher von uns schießt dabei arg übers Ziel raus: In unserer jetzt.de-Kolumne erzählen Personalchefs von ihren Erlebnissen und sagen, auf was es beim bewerben ankommt. In Teil 13 erzählt Christiane Wald, wieso Collagen eine nette Abwechslung sind und dass man selbst in einem Bundeswehr-Outfit noch Chancen auf einen Job hat. Sie ist Personalleiterin bei Peek&Cloppenburg.
kristin-matousek

Die meisten Bewerbungen, die bei uns eingehen, sind recht standardisiert und kommen Online oder doch noch ganz herkömmlich mit der Post. Ich persönlich freue mich deshalb immer sehr über Bewerbungen, die Kreativität zeigen. Zum Beispiel hatte ich mal eine sehr schöne Collage zum Thema Mode. Das passt natürlich zu unserem Unternehmen, und solange diese außergewöhnlichen Bewerbungen keine außergewöhnlichen Maße annehmen, ist das immer eine schöne Abwechslung. Finde ich zumindest. Eine Kandidatin hat sich für ihre Bewerbung in fünf verschiedenen Outfits fotografieren lassen, um ihre Wandlungsfähigkeit zu demonstrieren. Auch das war sehr nett. Wenn wir uns daraufhin für eine bestimmte Anzahl von Bewerbern entschieden haben, werden diese zu einem ersten Auswahlverfahren eingeladen. Das heißt, die Bewerber gehen in ein Gruppengespräch und müssen dort zeigen, dass sie teamfähig sind. Dass sie den anderen Kandidaten zuhören können und miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Danach bekommt jeder Bewerber noch einen Test, mit dem wir verschiedene Wissensbereiche testen. Allgemeinwissen, aber auch mathematisches oder physikalisches Wissen. Wir ändern das von Zeit zu Zeit, weil wir natürlich nicht möchten, dass sich die Aufgaben rumsprechen und andere Bewerber dadurch im Vorteil sind. Nachdem die erste Hürde geschafft ist, findet ein Praxistag statt. Hier haben die Bewerber, die noch übrig bleiben, die Möglichkeit, sich die Arbeit, die auf sie zukommt einmal aus nächster Nähe anzuschauen. Bei der Gelegenheit können sie Fragen stellen und vor Ort mitarbeiten. Das ist in der Regel nicht nur für uns, sondern auch für den Bewerber sehr spannend, weil er hier einfach mal sehen kann, ob ihm die Arbeit überhaupt Spaß macht. An diesem Tag schauen wir immer genau hin, welches Outfit die Bewerber wählen. Einige kommen ganz klassisch, andere eher im legeren Look. Beides ist für unser Unternehmen angemessen, zumindest, wenn man sich für den Verkauf bewirbt. Ich hatte aber auch Mal ein ulkiges Erlebnis mit einem jungen Mann, der in einem Bundeswehr-Tarnanzug zu diesem Praxistag erschien. Im ersten Moment dachte ich, das sei aus modischen Gründen. Der Camouflage Look war ja schließlich auch mal im Trend. Als ich ihn darauf ansprach sagte er aber, ihm habe schlicht die Zeit gefehlt, sich umzuziehen. Wirkt zwar auf den ersten Blick nicht besonders professionell, bedeutet aber keineswegs direkt das Aus für den Kandidaten. Das Wichtigste ist in meinen Augen, dass die Bewerber sympathisch-selbstbewusst auftreten. Und sie müssen bitte neugierig auftreten - neugierig auf den neuen Job, den sie antreten wollen.

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Illustration: Julia Schubert

Christiane Wald. +++ Hier Teil eins der Personaler-Kolumne: die Werbeagentur Hier Teil zwei der Personaler-Kolumne: Greenpeace Hier Teil drei der Personaler-Kolumne: Siemens Hier Teil vier der Personaler-Kolumne: MTV Hier Teil fünf der Personaler-Kolumne: der Personalberater Hier Teil sechs der Personaler-Kolumne: McDonald´s Hier Teil sieben der Personaler-Kolumne: IKEA Hier Teil acht der Personaler-Kolumne: Lufthansa Hier Teil neun der Personaler-Kolumne: Burda Hier Teil zehn der Personaler-Kolumne: HypoVereinsbank Hier Teil elf der Personaler-Kolumne: Fotoagentur Corbis Hier Teil zwölf der Personaler-Kolumne: Adidas

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