Wie man sich nie bewerben sollte (XVI). Heute: GEZ

Beim Bewerben, ganz wichtig, wollen wir den Personalchef beeindrucken. Mancher von uns schießt dabei arg übers Ziel raus: In unserer jetzt.de-Kolumne erzählen Personalchefs von ihren Erlebnissen und sagen, auf was es beim Bewerben ankommt. In Folge 16 erzählt Manfred Robens, warum Denunzianten auch bei der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) schlechte Karten haben und was Kirche und GEZ gemein haben. Robens ist bei der GEZ Geschäftsbereichsleiter Recht, Verwaltung und Betrieb.
kristin-matousek

In welcher Form man sich bei uns bewirbt, ist relativ egal. Ob elektronisch, oder traditionell in Papierform, macht keinen Unterschied. Auch wenn es für uns leichter ist, elektronische Bewerbungen weiter zu verarbeiten. Mir persönlich ist es aber besonders wichtig, dass ich anhand der Bewerbung das Gefühl bekomme, dass sich der Kandidat ausführlich mit unserem Unternehmen auseinander gesetzt hat und wirklich motiviert ist, für die GEZ zu arbeiten. Mit einer 08/15-Bewerbung kann ich deshalb wenig anfangen. Das soll nicht bedeuten, dass wir Wert auf einen Kandidaten legen, der in seiner Bewerbung auf Nachbarn oder Bekannte aufmerksam macht, die vermeintlich keine GEZ-Gebühren bezahlen. Das ist nämlich tatsächlich schon einmal vorgekommen. Aber wir sind hier schließlich nicht bei der Stasi. Ein Kandidat hat uns Belege in den Anhang geheftet, die aufzeigten, dass er regelmäßig Gebühren zahlt. Das ist zwar löblich, doch eigentlich gehen wir davon aus, dass ein Kandidat, der sich für eine GEZ-Stelle bewirbt, auch Rundfunkgebühren zahlt. Wenn wir anhand der Bewerbungen einige Kandidaten zu einem Vorstellungstermin einladen, durchlaufen diese zunächst einmal eine kleine Testrunde, die uns zeigen soll, in wie weit bestimmte Kenntnisse vorhanden sind. Das beginnt im Bereich Allgemeinbildung. Dort werden einige Fragen zu Themenbereichen wie Mathematik, Geschichte und Politik gestellt. Dann geht es über den EDV-Bereich bis hin zu fiktiven Kundengesprächen, um zu sehen, wie souverän sich der Kandidat im Eins-zu-Eins-Kontakt zu einem Kunden verhalten kann. In manchen Fällen verlangen wir auch kleine Präsentationen, die der Kandidat vorbereiten und schließlich vortragen muss. Zum Abschluss dieser Testrunde gibt es ein persönliches Gespräch mit den einzelnen Kandidaten. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es einen Kandidaten, der in diesem Gespräch kein Geheimnis daraus machte, dass er das Unternehmen GEZ und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für schlecht hält. Da er jedoch aus dem Controlling-Bereich kam und wusste, dass die GEZ über eine enorm große Controlling-Abteilung verfügt, war er trotzdem an diesem Job interessiert. Das war deutlich und ehrlich, doch leider völlig unangebracht. Ich kann mich ja auch schlecht bei der Kirche bewerben und nicht an Gott glauben. Uns ist der Ruf der GEZ völlig bewusst; aber ein Bewerber sollte seine Zweifel an unserem Unternehmen lieber für sich behalten, beziehungsweise, im Idealfall, keine hegen. +++

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Illustration: Julia Schubert

Manfred Robens +++ Hier Teil eins der Personaler-Kolumne: die Werbeagentur Hier Teil zwei der Personaler-Kolumne: Greenpeace Hier Teil drei der Personaler-Kolumne: Siemens Hier Teil vier der Personaler-Kolumne: MTV Hier Teil fünf der Personaler-Kolumne: der Personalberater Hier Teil sechs der Personaler-Kolumne: McDonald´s Hier Teil sieben der Personaler-Kolumne: IKEA Hier Teil acht der Personaler-Kolumne: Lufthansa Hier Teil neun der Personaler-Kolumne: Burda Hier Teil zehn der Personaler-Kolumne: HypoVereinsbank Hier Teil elf der Personaler-Kolumne: Fotoagentur Corbis Hier Teil zwölf der Personaler-Kolumne: Adidas Hier Teil dreizehn der Personaler-Kolumne: Peek & Cloppenburg Hier Teil vierzehn der Personaler-Kolumne: Jamba Hier Teil fünfzehn der Personaler-Kolumne: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit

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