Wie man sich nie bewerben sollte (XVIII). Heute: Procter & Gamble

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Bei uns gibt es eigentlich keinen 'typischen' Bewerber. Bei der Auswahl unserer neuen Mitarbeiter achten wir meist darauf, dass es sich um echte Individualisten handelt. Also Menschen, die mit ihren individuellen Fähigkeiten zu uns und der Stelle passen. Deshalb gibt es bei Procter & Gamble auch kein Standardverfahren, nach dem wir Bewerber selektieren. Wichtig ist selbstverständlich, dass der Aspirant Interesse für den jeweiligen Bereich seiner möglichen Tätigkeit mitbringt. Praktika, Studienschwerpunkte und Tätigkeiten, die neben dem Studium ausgeübt wurden, werden natürlich immer gerne gesehen, und sollten so nah am Job wie möglich sein. Ein spezielles Kriterium dafür, ob eine Bewerbung gut ist, gibt es für mich nicht und jedes Schreiben wird von oben nach unten durchgearbeitet. Aber einige "dont's" gibt es natürlich schon. Bei Procter und Gamble haben wir ein Online-Bewerbungsverfahren und dabei ist es schon wichtig, dass alle Unterlagen, also der Lebenslauf, die Arbeitszeugnisse und so weiter, einzeln als Anhang angefügt sind. Manche Bewerber kopieren einfach alle Texte in den E-Mail-Text, manchmal sogar noch wild durcheinander. Da hat man oftmals gar keine Lust sich durchzuarbeiten. Alle Teile einer Onlinebewerbung sollten kurz, prägnant und gut strukturiert sein - wenn ich nicht sehe wovon der Bewerber spricht, dann weiß ich auch nicht, wen ich vor mir habe und ob er zum Unternehmen passt. Weniger wichtig sind für mich Bewerbungsfotos. Aber wenn welche angefügt sind, dann sollten es nicht gerade Fotos vom letzten Strandurlaub sein, wie erst kürzlich. Im Vorstellungsgespräch benutzen wir eine bestimmte Fragetechnik, die es uns erleichtert die Befragten einzuordnen. Grundsätzlich zeigt auch hier die Erfahrung: Je strukturierter, je präziser die Antworten, desto erfolgreicher wird sich der Bewerber bei uns erweisen. Auch ein sicheres Auftreten ist wichtig, genauso wie die Fähigkeit, sich gut verkaufen zu können. Allerdings sollte das nicht dazu verleiten Märchen zu erzählen. Wir hatten einmal den Fall eines Kandidaten, der bei allen drei Teammitgliedern einen guten Eindruck hinterließ. Als wir uns dann wie immer zusammensetzten, um noch einmal zu beraten, stellte sich heraus, dass er uns zwar allen eine ähnliche Geschichte erzählt hatte, aber bestimmte Aspekte darin völlig unterschiedlich begründet hatte. An einen Schocker unter all unseren Bewerbern kann ich mich allerdings nicht erinnern, aber bei etwa 10.000 Bewerbungen und 1.500 Interviews pro Jahr ist es auch schwierig, die Übersicht zu behalten. Vielleicht liegt es aber auch an der guten Vorauswahl, die wir treffen, dass mir kein wirklich schlimmer Fall einfällt. Auch keiner, der umgekehrt der Beste unter allen gewesen wäre. +++

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Illustration: Julia Schubert

Esther Limburg +++ Hier Teil eins der Personaler-Kolumne: die Werbeagentur Hier Teil zwei der Personaler-Kolumne: Greenpeace Hier Teil drei der Personaler-Kolumne: Siemens Hier Teil vier der Personaler-Kolumne: MTV Hier Teil fünf der Personaler-Kolumne: der Personalberater Hier Teil sechs der Personaler-Kolumne: McDonald´s Hier Teil sieben der Personaler-Kolumne: IKEA Hier Teil acht der Personaler-Kolumne: Lufthansa Hier Teil neun der Personaler-Kolumne: Burda Hier Teil zehn der Personaler-Kolumne: HypoVereinsbank Hier Teil elf der Personaler-Kolumne: Fotoagentur Corbis Hier Teil zwölf der Personaler-Kolumne: Adidas Hier Teil dreizehn der Personaler-Kolumne: Peek & Cloppenburg Hier Teil vierzehn der Personaler-Kolumne: Jamba Hier Teil fünfzehn der Personaler-Kolumne: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit Hier Teil sechzehn der Personaler-Kolumne: GEZ Hier Teil siebzehn der Personaler-Kolumne: Obi

Text: armin-wolf - Foto: oh

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