André Poggenberg, AFD-Landesvorsitzender, vor den Wahlplakaten seiner Rechtspopulisten.

André Poggenberg, AFD-Landesvorsitzender, vor den Wahlplakaten seiner Rechtspopulisten.

Foto: Jens Wolf / dpa

30 Prozent der Stimmen in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Stärkste Kraft unter den jungen Wählern. Feierstimmung bei der AfD.

Vor allem junge Menschen kann die rechtspopulistische Partei in Sachsen-Anhalt überzeugen. Die Zeiten, in denen man die AfD als Sammelbecken alter, eurokritischer Professoren abtun konnte, sind damit wohl endgültig vorbei.

Die Zahlen stammen aus einer neuen Umfrage, die infratest dimap im Auftrag des MDR durchgeführt hat. Sie zeigt, dass die AfD auch beim älteren Publikum punktet. Denn sie bekommt in der Umfrage 17 Prozent der Stimmen insgesamt. Heißt: 12 Prozentpunkte Zuwachs seit vergangenem September, Rekordwert im bundesweiten Vergleich, knapp einen Monat vor der Landtagswahl. Alle anderen Parteien müssen deren Auswertungen zufolge starke Verluste hinnehmen.

Davon profitiert die AfD, die zu wählen sehr oft eine Form von Protest darstellt. Protest gegen die derzeit regierende Koalition aus CDU und SPD, der 54 Prozent der Befragten ein schlechtes Zeugnis bezüglich des Problems ausstellen, das sie als größtes erachten: die Flüchtlingssituation. Für 37 Prozent ist dies das Top-Thema, noch vor der Lage auf dem Arbeitsmarkt und vor Landflucht und Kriminalität.

Und was hat die AfD bei diesem Problem vor? Hauptsächlich Asyl-Missbrauch stoppen, sagt sie in ihrem Wahlprogramm. Anträge sollen schneller bearbeitet und der Zuzug von Ausländern klar begrenzt werden. Und überhaupt: Geht es nach der AfD, sollen nur Fachkräfte ins Land kommen, die gebraucht werden. Schließlich lägen "nirgendwo so viele Wurzeln deutscher Geschichte wie hier".

Immerhin: Was die Kompetenz in der Flüchtlingsfrage angeht, haben sich die Wähler dann doch nicht so richtig entschieden. Eine Lösung trauen sie vor allem der CDU (27 Prozent) zu. Bei der AfD sind es nur sechs Prozent.

 

max