Bivsi darf zurück nach Deutschland

Foto: dpa

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Die 15-jährige Bivsi Rana darf mit ihren Eltern zurück nach Duisburg, um dort die Schule zu beenden. Das wurde ihr jetzt offiziell von der deutschen Botschaft im nepalesischen Kathmandu mitgeteilt.  Im Mai dieses Jahres war Bivsi aus dem Unterricht ihres Gymnasiums geholt und noch am selben Tag mit ihren Eltern in ihre „Heimat“ Nepal abgeschoben worden. Bivsi selbst hatte ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht und kannte das Herkunftsland ihrer Eltern nur aus deren Erzählungen, die Familie galt als gut integriert. Allerdings hatten die Eltern bei der Einreise 1998 einen falschen Namen angegeben.

Wahrscheinlich fiel gerade deshalb der Aufschrei über die Abschiebung besonders heftig aus: Bivsis Mitschüler hatten sich stark für ihre Rückkehr eingesetzt, woraufhin sich viele Medien und Politiker ebenfalls an die Seite der jungen Schülerin stellten. Eine Petition, die ihre Rückkehr nach Deutschland forderte, hatte innerhalb kürzester Zeit 50.000 Unterschriften bekommen.

Allerdings bedeutet Bivsis Rückkehr noch nicht, dass sie für immer bleiben kann. Vielmehr darf sie bisher lediglich mithilfe eines „Schüleraustausch-Visums" zwar das Gymnasium beenden, muss aber für alles weitere, wie zum Beispiel ein Studium an einer deutschen Universität, Folgeanträge stellen.

Die Reaktionen auf Bivsis vorläufige Rückkehr fallen weitgehend positiv aus. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link sagte in seiner Stellungnahme: „Mir fällt persönlich ein Stein vom Herzen, dass es uns gelungen ist, diese äußerst schwierige Situation zu lösen. Alle Beteiligten können nun optimistisch in die Zukunft schauen.“ Einige nutzen den Hype um die Rückkehr der Schülerin allerdings auch, um darauf aufmerksam zu machen, dass viele Menschen in ähnlichen Situationen meist nicht zurückkehren dürfen.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister, Joachim Stamp von der FDP, wünschte sich auch generell, dass gut integrierte Asylbewerber bessere Chancen bekämen, bleiben zu dürfen.

Auf Twitter glauben einige auch den Grund dafür gefunden zu haben, wie die Bivsi zum glücklichen Einzefall werden konnte: die mediale Aufmerksamkeit für die sympathische 15-jährige.

Wann genau Bivsi in Deutschland ankommen wird, ist noch unklar. Zuerst muss sich die Familie schließlich unter anderem von ihren Angehörigen in Nepal verabschieden. Das neue Schuljahr wird Bivsi allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen mit ihren Mitschülern beginnen können. 

 

lath

 

Mehr zur Solidarität mit Flüchtlingen:

  • teilen
  • schließen