Krankenhauspersonal stellt sich Demonstrierenden entgegen

Bei einem Protest gegen den Corona-Shutdown bekamen Demonstrierende in den USA eindrucksvollen Gegenwind.
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Foto: Alyson McClaran / Reuters

Anders als in Bayern, wo die Zustimmungswerte für den Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) dank der strikten Maßnahmen höher ausfallen als je zuvor, sind gerade in den USA sehr viele Menschen nicht begeistert vom staatlich geregelten Social Distancing. Am Sonntag fanden daher in mehreren Bundesstaaten illegale Proteste statt – illegal deshalb, weil sich dort eigentlich derzeit keine größeren Personengruppen treffen dürfen. In Washington etwa versammelten sich Polizeiangaben zufolge schätzungsweise 2500 Menschen, um gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu demonstrieren.

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In mehreren Städten in den USA fanden Proteste statt - in Olympia im Staat Washington fanden sich wohl besonders viele Menschen zusammen.

Foto: Jason Redmond / dpa
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Immerhin trägt die Person hier eine Art Maske - so vernünftig waren Berichten zufolge längst nicht alle.

Foto: Karen Ducey /afp
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Zwei Männer halten Schilder bei dem Protest im Bundesstaat Washington hoch - auf dem linken steht: "Gebt mir Freiheit, oder gebt mit Covid-19".

Foto: Lindsay Wasson / Reuters

In Staaten wie Michigan, Minnesota und Virginia sah es nicht großartig anders aus. Auch im westlich gelegenen Colorado kam es zu Protesten. In Denver, Colorados Haupstadt mit 600 000 Einwohner*innen, fanden sich mehrere Hundert Menschen zusammen, schwenkten US-Flaggen und riefen Dinge wie „Freiheit über Angst“. Und natürlich reagierten auch die Menschen in den sozialen Medien auf die Vorgänge in ihren Städten:

Allerdings lief nicht in jeder Stadt alles so wie geplant. Fotos zeigen, wie medizinisches Personal sich den Demonstrierenden, die in Autos unterwegs waren, auf einer Straße in Denver entgegenstellten und die Fahrzeuge vom Weiterfahren abhielten – in voller Pfleger*innen-Montur, samt Schutzmaske.

Die eindrucksvollen Bilder gingen daraufhin auf Twitter um – zusammen mit jeder Menge Lob für die Aktion. Die Gegendemonstrierenden seien „Superheld*innen“ und das sei genau die Art von „Bad Ass“, die es gerade brauche.

Wie aufgeheizt die Situation beim Aufeinandertreffen der zwei Parteien war, zeigt ein Video, in dem nicht nur frenetisch gehupt wird, sondern auch mehrfach rassistische Äußerungen gegen den jungen Pfleger auf der Straße geschrien werden:

In den USA unterscheiden sich die Corona-Regelungen von Bundesstaat zu Bundesstaat. In Colorado etwa gibt es eine Stay-at-Home-Regelung, ähnlich zu Bayern. Auch hier gibt es einen Ausnahme-Paragraphen für sogenannte systemrelevante Arbeiter*innen. Insgesamt gibt es in den USA inzwischen über 700 000 bestätigte Infektionen – das macht mehr als ein Drittel der weltweit bestätigten Fälle bisher aus (wobei man die aus China stammenden Zahlen mit Skepsis betrachten sollte).

Trotzdem heizt US-Präsident Donald Trump die Situation noch weiter an. Auf einer Pressekonferenz am Sonntagabend nannte er die Anti-Lockdown-Demonstrierenden „großartige Menschen“. Sie hätten „Lagerkoller“. Diese Menschen wollten „ihr Leben zurück“. Er fügte lobend hinzu: „Ich habe noch nie so viele amerikanische Flaggen bei Protesten gesehen.“ Die Verantwortung für weitere Corona-Tests schob Trump indes den Gouverneuren der Bundesstaaten zu.

mpu

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