Fabio V. ist gegen Kaution frei

10 000 Euro musste die Mutter des 18-jährigen G20-Demonstranten hinterlegen.
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Fabios Freilassung wird heftig beklatscht.

Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Fabio V. ist gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. 10.000 Euro hinterlegte die Mutter des G20-Demonstranten, nachdem das zuständige Oberlandesgericht am Freitag entschieden hatte, eine vorläufige Freilassung gegen die Zahlung zu erlauben. Die Entlassung des 18-jährigen Italieners hat sich bis Montag verzögert, weil noch Formalitäten geklärt werden mussten.

Fabio hatte zuvor vier Monate lang in einem Hamburger Gefängnis in Untersuchungshaft gesessen, weil er am 7. Juli 2017 als Teil des schwarzen Blocks an einer Demonstration gegen den G20-Gipfel teilgenommen haben soll. Dort sollen die Demonstranten Steine und Pyrotechnik auf Polizisten geworfen haben.

Fabio selbst konnte allerdings nur die Teilnahme an der Demonstration nachgewiesen werden, er scheint keine individuelle Tat begangen zu haben: Ihm wird nicht vorgeworfen, selbst Steine geworfen oder Autos angezündet zu haben. Keiner der betroffenen Polizisten konnte sich an den jungen Mann erinnern – während des Verfahrens erkannte keiner der Beamten den Italiener wieder. Trotzdem lautet die Anklage gegen ihn auf schweren Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung und einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Fabio ist einer der umstrittensten Fälle, die nach dem Ende des G20-Gipfels in Hamburg verhandelt werden. Kritiker halten die lange Zeit, die der junge Italiener in U-Haft verbringen musste, für übertrieben. Er gilt deshalb inzwischen als Symbolfigur der linken Szene – für einen besonders harten Umgang mit den Anti-G20-Protestierenden. So haben sich auch Organisationen wie Amnesty International für die Freilassung des Italieners eingesetzt.

Nicht ganz so überzeugt von der Harmlosigkeit des jungen G20-Gegners scheint die Staatsanwaltschaft: Eigentlich hatte die Amtsrichterin den Haftbefehl gegen Fabio bereits vor über einer Woche ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft allerdings hatte mehrmals versucht, die Freilassung zu verhindern. 

Der Prozess ist auch trotz der vorläufigen Entlassung des 18-Jährigen noch nicht vorbei. Er wird voraussichtlich am 4. Dezember fortgesetzt. 

lath

 

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