Geldstrafen für Fußgänger, die ihr Smartphone nutzen

Gibt's jetzt in Honolulu. Ist aber nicht der erste Versuch, Unfälle durch abgelenkte Handygucker zu vermeiden.
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Viele Fußgänger konzentrieren sich beim Laufen nicht mehr auf den Verkehr, sondern nur noch auf den Bildschirm.

Foto: dpa/Thalia Engel

Etwa die Hälfte der Unfälle, die in Deutschland von Fußgängern verursacht werden, passieren, weil die Passanten abgelenkt sind – und es wird vermutet, dass daran häufig ihr Smartphone schuld ist. Das ist selbstverständlich kein rein deutsches Problem: Auch aus den USA gibt es Studien, die belegen, dass Handys eine gefährliche Ablenkung im Straßenverkehr sind.

Um in diesem Bereich für mehr Sicherheit zu sorgen, wurde in Honolulu auf Hawaii jetzt ein neues Gesetz unterzeichnet: Fußgänger, die beim Überqueren einer Straße ihr Smartphone nutzen, können dafür in Zukunft mit Geldstrafen von 15 bis 35 Dollar bestraft werden. Nur Fußgänger, die gerade dabei waren, einen Notruf abzusetzen, sind von der Regel ausgenommen.

Das macht Honolulu zwar zur ersten US-amerikanischen Stadt, die ein solches Gesetz verabschiedet hat, aber nicht zur ersten Stadt, die versucht, gegen „Smombies“ vorzugehen –  also gegen Fußgänger, die sich intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigen und deshalb unaufmerksam „wie Zombies“ durch die Straßen laufen.

In Chongqing in China gibt es bereits seit Jahren einen Gehweg speziell für Menschen, die während des Gehens ihr Smartphone benutzen. Er ist durch eine weiße Linie von einer Spur für die Passanten abgetrennt, die weniger abgelenkt sind. Auch in Antwerpen, Belgien, gibt es solche Bürgersteige. Die Stadt plant außerdem, ein Ampelsystem einzuführen, das mit Leuchtstreifen am Boden arbeitet. Augsburg testet diese Technik ebenfalls. So sollen Smartphone-Nutzer mit gesenkten Köpfen merken, wann sie besser stehen bleiben sollten. Aber auch private Smombie-Kritiker versuchen, die Menschen zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr anzuregen: Der Schwede Jacob Sempler brachte schon 2015 Schilder in schwedischen Städten an, die vor unkonzentrierten Handyglotzern warnen. 

Gebracht haben diese Schilder trotz großen öffentlichen Interesses anscheinend wenig: Während sie Handynutzer eigentlich zum Umdenken bewegen sollten, bemerkten die meisten Smombies sie wohl gar nicht. Immerhin ergab die Dekra-Unfallforschung ein Jahr später, dass in Stockholm mit fast einem Viertel der Fußgänger deutlich mehr Menschen von ihrem Handy abgelenkt waren, als in allen anderen europäischen Großstädten, in denen Erhebungen stattgefunden hatten. In Amsterdam waren mit etwa acht Prozent die wenigsten Menschen abgelenkt.

 

lath

 

 

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