Eines der Baumhäuser im Hambacher Forst. In so einem sitzt auch Jona gerade. Und er will so lange bleiben wie möglich.

Eines der Baumhäuser im Hambacher Forst. In so einem sitzt auch Jona gerade. Und er will so lange bleiben wie möglich.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Seit sechs Jahren besetzen zwischen 100 und 150 zum Teil militante Umweltaktivisten den Hambacher Forst. Heute will die Polizei die 60 Baumhäuser räumen, in denen sie leben. Am 1. Oktober möchte RWE mit der Rodung beginnen, um Braunkohle abzubauen. Wir sprachen mit dem 24-jährigen Jona, der seit etwa einem Jahr im Hambacher Forst lebt.

jetzt: Jona, wie ist bei dir gerade die Situation?

Jona:  Unser letzter Stand ist, dass sich gerade viele Polizeiautos sammeln. Per Funk und SMS bekommen wir Informationen dazu, wie draußen die Lage ist und was im Wald gerade so passiert.

Hast du vergangene Nacht überhaupt geschlafen?

Ja, und sogar halbwegs gut. Jetzt trinke ich erst mal noch einen Grüntee. Wir wissen ja schon lange, dass am 1. Oktober die Rodung beginnt und dass der Forst dann auch geräumt werden soll. Deswegen bereiten wir uns im Forst schon das ganze Jahr darauf vor, seit Monaten arbeiten wir auf diesen Moment hin. Die letzten Wochen hatten wir phasenweise täglich Polizeieinsätze und mussten jeden Tag damit rechnen, dass die Räumung kommt. Wir wissen ja auch nicht genau, wie das jetzt ablaufen wird. Deswegen kann ich mich emotional nicht richtig vorbereiten.

Jona lebt als Aktivist seit einem Jahr im Hambacher Forst.

Jona lebt als Aktivist seit einem Jahr im Hambacher Forst.

Foto: Privat

Was ist dein Plan, wenn die Räumung beginnt?

Wenn sie versuchen sollten, das Baumhaus zu räumen, dann werde ich mich so lange wie möglich in dem Baum aufhalten, in dem sich das Baumhaus befindet. Es wird aber auch Menschen geben, die sich an den Bäumen festketten, wir haben teilweise Seile zwischen den Bäumen gespannt.

Glaubst du, es wird zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen? Das kann ich im Moment nicht einschätzen. Nur so viel: Ich habe keine Steine in meinem Baumhaus.

Wie lange lebst du schon im Forst?

Seit etwas mehr als einem Jahr. Ich habe mich damals dazu entschieden, weil das hier ein Ort ist, an dem ich mich direkt an der Klimabewegung beteiligen kann, die ich im Moment für die Bewegung halte, die global am wichtigsten ist.

Hast du dich vorher auch schon für die Umwelt engagiert?

Vorher habe ich das Thema verfolgt. Aber ich dachte, dass ich als Individuum nicht wirklich etwas beitragen kann. Das hat sich durch diesen Ort verändert.

Wenn dein Baumhaus geräumt werden sollte – wie geht es dann für dich weiter?

Solange es geht, werden wir den Wald wieder besetzen und versuchen, die Rodung durch verschiedene Aktionen zu behindern. Wir brauchen die Braunkohle nicht, die hier abgebaut wird, und wir brauchen den Strom nicht, der dadurch entsteht. Es ist unverantwortlich, unsere Umwelt in diesem Ausmaß zu zerstören.

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