„Fass im Laden nichts an, das du nicht kaufen möchtest“

Auf TikTok teilt ein Schwarzer Jugendlicher die Regeln, die seine Mutter ihm gab, um ihn vor Gewalt zu schützen.

Foto: TikTok / @skoodupcam

Steck deine Hände nicht in die Hosentaschen. Zieh keinen Kapuzenpulli an. Geh nicht ohne T-Shirt raus. Bleib am Abend nicht zu lange draußen. Fass im Laden nichts an, das du nicht kaufen möchtest. Geh niemals ohne einen Kassenzettel oder eine Tüte aus dem Laden, selbst, wenn du nur ein Päckchen Kaugummi gekauft hast.

Das sind nur einige der Regeln, die ein jugendlicher Schwarzer Tiktoker, der sich dort „scoodupcam“ nennt, in einem Video aufzählt, das sich gerade im Internet verbreitet. Es sind, so schreibt er, die Regeln, die seine Mutter ihm gab, um in den USA auf der Straße keine Schwierigkeiten zu bekommen.

Während er diese Regeln aufzählt, schaut er ernst in die Kamera. Vor sechs Tagen ging der Clip online – mittlerweile wurde er mehr als 10 Millionen Mal gesehen und 46 000 Mal kommentiert. Viele reagieren entsetzt: „Das ist so verdammt traurig“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer: „Es ist so traurig, dass du nicht einfach dein Leben leben kannst.“ Andere identifizieren sich mit dem, was der Jugendliche schreibt. „Meine Mutter hat mir das Gleiche gesagt“, schreibt einer.

@skoodupcam

Jus some unwritten rules my mom makes me follow as a young black man ##fyp ##blacklivesmatter

♬ original sound - marcappalott

Weitere Regeln, die der junge Mann aufzählt: Lass es niemals so aussehen, als ob es zwischen dir und einer anderen Person eine Auseinandersetzung geben könnte. Geh niemals ohne deinen Pass aus dem Haus. Trag im Auto niemals nur ein Tanktop, und auch kein Bandana. Mach die Musik beim Fahren nicht zu laut. Schau keine weißen Frauen an. Wenn du grundlos von der Polizei angehalten wirst und du ausgefragt wirst, beschwer dich lieber nicht, sei einfach kompromissbereit.

Die Ängste von „scoodupcams“ Mutter sind begründet, denn viele Schwarze werden Opfer von Polizeigewalt: Schwarze Amerikaner*innen sterben fast drei Mal so häufig bei Polizeieinsätzen wie weiße Amerikaner*innen.

Das Video wurde kurze Zeit nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis durch einen weißen Polizisten veröffentlicht. In den sozialen Medien machen seither Schwarze Menschen auf Rassismus und Polizeigewalt aufmerksam, nicht nur in den USA protestieren Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auch in Deutschland sind für das kommende Wochenende in vielen Großstädten Demonstrationen angekündigt, einige haben bereits stattgefunden. 

soas

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