Das Pop-Poesiealbum mit Dear Reader

Die Sängerin Cheri MacNeill hat als Kind ihre Eltern wegen der Karotten auf ihrem Teller angelogen. Und erzählt noch einiges mehr in unserem Fragebogen.
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Dear Reader  

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Illustration: Julia Schubert


Name: Cherilyn MacNeil
Spitzname: Cheri
Alter: 29
Job: Musikerin/Komponistin

Früher wollte ich aussehen wie: Milla Jovovich
Stattdessen sah ich aus wie: Olivia aus „Popeye“
Wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich: Olivia mit ersten Falten und Farrah-Fawcett-Pony
Ich gehöre auf die Bühne, weil: ich zu viel Aufmerksamkeit brauche
Außer Musik kann ich auch noch: die deutsche Sprache schlecht sprechen
Das kann ich noch nicht, würde ich aber gerne können: Gärtnern. Ich würde am liebsten mein eigenes Gemüse anpflanzen.

Meine Eltern haben mir beigebracht, dass: die Menschen, die man liebt, wichtiger sind als alles andere.
Sie waren stolz auf mich, als: ich aufhörte, ständig so hart zu mir selbst zu sein.
Sie waren enttäuscht von mir, als: ich ihnen vorschlug, jemanden für ein Visum zu heiraten. Und das, obwohl ich es eigentlich eher scherzhaft meinte.

Das erste Mal verliebt war ich: in Cameron Macbeth. Ich war 12 Jahre alt und habe unsere Namen in einen Baum bei der Schule geritzt. Ich glaube allerdings, dass er damals nicht mal wusste, dass ich existiere.
Das letzte Mal gelogen habe ich: wahrscheinlich, um einen Streit zu vermeiden oder allgemein die Harmonie nicht zu gefährden. Also aus den Gründen, aus denen die meisten Lügen entstehen. Ich weiß nicht genau, wann ich zuletzt gelogen habe. Aber ich erinnere mich dafür noch genau an meine allererste Lüge. Mein Bruder half mir, den Rest meiner Karotten zu essen, und ich sagte meinen Eltern, ich war’s alleine. Als er mich dann verriet, merkte ich, dass es sich nicht wirklich lohnt, zu lügen.

http://www.youtube.com/watch?v=iO2v9QXMlwk
Dear Reader: "Down Under, Mining" vom aktuellen Album "Rivonia".

Noch nie habe ich: Flaschendrehen gespielt. Und ich habe nie die Schule geschwänzt. Ich habe also eine komplett verschwendete Jugend hinter mir.

Mein größter Triumph: zu lernen, mehr an meine eigenen Ideen zu glauben (was zu der Entscheidung führte, mein letztes Album ganz alleine zu produzieren)
Mein größter Fehler: ich kann anderen ganz schlecht Arbeit auftragen
Mein größter Traum: eine Rolle in einem (guten) Zeichentrick-Musical zu singen
Meine größte Angst: alleine und ungeliebt zu sterben

Wenn ich eine 4-er-WG gründen dürfte, dann zusammen mit: Jane Austen, Dr Seuss und Joni Mitchell.
Wenn mein Leben verfilmt würde, trüge das Werk den Titel: „Why so serious?“
Wenn ich mir einen Satz tätowieren dürfte, dann: (unsichtbare Tinte)

Text: erik-brandt-hoege - Foto: Kevin Schuenemann

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