Pop-Poesialbum. Heute ausgefüllt von Bernd Begemann

Jede Woche hat ein anderer Abgesandter der Popkultur unseren Fragebogen auf dem Tisch. Diesmal lag er beim Großmeister der Indie-Bühne.
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Illustration: Julia Schubert



Name: Bernd Begemann

Spitzname: Hardest working man im Indierock

Alter: Oh ja. . .

Job: Gegenwartskunst, Entertainment und die Erforschung unbeachteter Selbstverständlichkeiten in unserem Alltag.

Früher wollte ich aussehen wie: Einfach besser.

Stattdessen sah ich aus wie: Eigentlich ganz gut.

Wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich: Jungenhaften Charme.

Ich gehöre auf die Bühne, weil: Ich es kann, im Gegensatz zur sogenannten Konkurrenz.

Meine Eltern haben mir beigebracht, dass: Man seine Arbeit immer so machen soll, dass ein geistig unterlegener Mensch dich nicht durch größeren Fleiß beschämt.

Sie waren stolz auf mich, als: Ihnen klar war, dass ich für mich sorgen konnte.

Sie waren enttäuscht von mir, als: Das haben sie mir nie offen gezeigt, aber ich wusste es natürlich trotzdem immer.

Das erste Mal verliebt war ich: In eine ältere Mitschülerin, die Cello spielte und mich zivilisierte. Da war ich fünfzehn Jahre alt.

Das letzte Mal gelogen habe ich: Das weiß ich leider wirklich nicht mehr. Lügen? Also, wer tut denn so was überhaupt?

Noch nie habe ich: Tätowierungen oder Piercings erwogen, so was ist in meinen Augen nur für Vieh oder Sträflinge.

Mein größter Triumph: Dinge erfunden zu haben, die wirklich funktionieren.

Mein größter Fehler: Einfach keinen richtigen Killer-Erfolgsinstinkt zu besitzen.

Mein größter Traum: Für immer einfach nur völlig brillant zu bleiben.

Meine größte Angst: Gut, wenn man sich mit so etwas nicht beschäftigen muss.

Wenn ich eine Vierer-WG gründen dürfte, dann unbedingt zusammen mit: Meiner Freundin, meiner Tochter und jemandem, der für uns gerne gratis kocht, sauber macht, meine Quittungen zusammen sucht und der trotzdem kaum Platz weg nimmt.

Wenn mein Leben verfilmt würde, trüge das Werk den Titel: „Ich stamme aus den Hügeln“

Wenn ich mir einen Satz tätowieren dürfte, dann: Sag’ ich es eben noch mal, Tätowierungen sind für Deppen. Oder den Typen aus „Memento“.

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