04.September 2003

Bilder: Katsumi Tamegai & Keiichi Ichikawa supervised by Leiji Matsumoto, Daft Punk – Einmal mehr Die besten Musikvideos der letzten Jahre dürften die Mangas zu den Daft-Punk-Singles „One More Time“, „Aerodynamic“ und „Digital Love“ gewesen sein.
christoph-koch
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Bilder: Katsumi Tamegai & Keiichi Ichikawa supervised by Leiji Matsumoto, Daft Punk – Einmal mehr Die besten Musikvideos der letzten Jahre dürften die Mangas zu den Daft-Punk-Singles „One More Time“, „Aerodynamic“ und „Digital Love“ gewesen sein. Eigentlich wollten Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo jeden Track ihres zweiten Albums auskoppeln und mit Videoclips unterlegen, die nacheinander eine zusammenhängende Geschichte erzählen sollten. Die Plattenfirma schaute jedoch kurz aufs Konto und sagte „Da reden wir dann noch mal später drüber“. Die beiden Franzosen legten daraufhin selbst 2,5 Millionen US-Dollar auf den Tisch, um sich den legendären japanischen Anime-Künstler Laiji Matsumoto für einen kompletten Spielfilm leisten zu können. „Interstella 5555: The 5tory of The 5ecret 5tar 5ystem“ ist im Grunde nichts anderes als ein Traum, den sich Daft Punk erfüllen: Ihr komplettes „Discovery“-Album vom ersten bis zum letzten Ton mit Bildern unterlegt, die an Serien wie „Captain Future“ (damals schon von Matsumoto animiert) oder Filme wie „Ghost In The Shell“ erinnern. Die Geschichte, die erzählt wird, ist im Grunde eine relativ einfach gestrickte Science-Fiction-Fantasie von einem Bösewicht, der im Weltenraum nach unschuldigen Musikern sucht, die er zu perfekt funktionierenden Popmaschinen hochzüchten kann. Alles vollgepackt mit Klischees, aber das macht gar nichts, denn das Ganze ist letztlich ein Märchen, und da dürfen Plot und Gut/Böse-Rollenverteilung ja ruhig etwas vorhersehbar sein. Erstaunlich ist, dass der 67-minütige Film wirklich ganz ohne Text auskommt, die Musik wird kein einziges Mal unterbrochen oder ausgeblendet. 28 Monate dauerte die Fertigstellung des House-Musicals, aber selten hat sich Geduld so sehr gelohnt. Gerade wenn man „Discovery“ schon eine Weile nicht mehr gehört hat, ist es ein unbeschreibliches Vergnügen, sich in den opulenten Farbenrausch zu stürzen, in dem Science Fiction und Barock, Disco-Glamour und Rockposen aufeinander prallen. „Interstella 5555: The 5tory of The 5ecret 5tar 5ystem“ läuft heute in den Kinos an, die DVD folgt bereits im November.

  • teilen
  • schließen