Abschluss: China-Manager (FH) Studiendauer: 1 Semester

Viele Unternehmen suchen händeringend nach Mitarbeitern, die sich mit und in China auskennen. Die Hochschulen reagieren und bieten immer mehr China-Studiengänge. Bisweilen treibt das skurrile Blüten.
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Illustration: Julia Schubert

Guten Tag die Damen. Darf ich Sie studieren? (Foto: dpa) Die Universitäten und Fachhochschulen kreieren fleißig neue Studiengänge - jedem gesellschaftlichen Trend folgt mittlerweile zuverlässig der entsprechende Bachelor- oder Masterstudiengang. Die einen beklagen das und maulen über den Wildwuchs an Studienmöglichkeiten, die anderen freuen sich über die Spezialausbildungen, die die Studenten passgenau für ein klar definiertes Segment des Arbeitsmarktes vorbereiten. Neuer Trend: China-Studiengänge. Das Land der zig Millionen Arbeitsbienen wird in wenigen Jahren vielleicht die westlichen Industrienationen in allen Produktivitätsrankings einholen. Deswegen fragt die Wirtschaft immer lauter nach Menschen, die sich intensiv mit dem Land auseinandergesetzt haben. Das traditionelle Chinafach heißt Sinologie und wird an 14 deutschen Unis angeboten. Die neuen Studiengänge lenken den Blick der Studenten vor allem Richtung Volks- und Betriebswirtschaft. Allen gemeinsam ist der Studienschwerpunkt "chinesische Sprache". Hier eine Auswahl von China-Studienangeboten, darunter, brandneu, das vielleicht schnellste Studium der Welt. Die Universität Würzburg bietet den Bachelorstudiengang Modern China (B.A.). Gelehrt werden Geschichte und Kultur Chinas, vor allem aber lernen die Studenten „modernes Chinesisch“ und chinesische Orthographie. Knapp die Hälfte des Studiums geht für das Lernen der Sprache drauf. Highlight ist ein Semester am European Center for Chinese Studies (ECCS) in Peking. Es wurde 2002 gegründet und ist eine Einrichtung der Universitäten Kopenhagen, Tübingen, Würzburg und Frankfurt an der Universität von Peking. Auch dort lernen die Studenten mindestens 20 Unterrichtsstunden je Woche Chinesisch. Alle Studienleistungen werden voll anerkannt. Die Ruhr-Universität Bochum hat seit 2003 auch einen Bachelor-Studiengang im Angebot: „Wirtschaft und Politik Ostasiens“. Wie nicht anders zu erwarten, macht die Sprachausbildung den größten Teil am Studium aus (wahlweise chinesisch oder japanisch). Hinzu kommen Grundlagen der wirtschaftswissenschaftlichen und politikwissenschaftlichen Ostasienforschung und je nach Interesse die Grundlagenfächer der Politik (Vergleichende Regierungslehre, Internationale Politik) oder der Wirtschaft (Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Statistik). China als Studienschwerpunkt gibt es nicht nur an den Sinologie-Abteilungen der Universitäten. Die Fachhochschule Zwickau zum Beispiel bildet ihre Studenten zu Diplomwirtschaftssinologen aus. Die Absolventen sollen auf eine „Tätigkeit in international ausgerichteten, vor allem mittelständischen Unternehmen“ vorbereitet werden – vor allem auch durch die Vermittlung interkultureller Kompetenzen, wie es im Bildungschinesisch heißt. Dazu werden unter anderem „regionalspezifische gesellschaftliche Interaktionsmuster“ vermittelt. Weitere FHs, die Wirtschaft plus China bieten, gibt es in Konstanz oder Ludwigshafen. Ein wenig verblüffend mutet gegen die genannten Studienangebote das Ergänzungsstudium zum China-Manager (FH) an der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld an. Es dauert genau ein Semester und wird im Frühjahr 2006 zum ersten Mal angeboten. Wer mindestens drei Semester Wirtschaft studiert hat, lernt Sprache und Geschäftliches Handeln oder chinesische Wirtschaftstheorie. Gelernt wird in Bielefeld und vor allem an der Nord-West-Universität Xi´an, China. Eine Art High-Speed-Studiengang.

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