Am 25. August kehrt Timoleon zurück

Heute erscheint das Buch "Timoleon kehrt zurück" von Dan Rhodes im Verlag Kiepenheuer & Witsch: Cockroft ist eine alte Schabracke, aber eine liebende: Der abgerockte Komponist wohnt mit seinem besten Freund, dem Hund Timoleon Vieta, in einem heruntergekommenen Landhaus in Italien.
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Illustration: Julia Schubert

Heute erscheint das Buch "Timoleon kehrt zurück" von Dan Rhodes im Verlag Kiepenheuer & Witsch: Cockroft ist eine alte Schabracke, aber eine liebende: Der abgerockte Komponist wohnt mit seinem besten Freund, dem Hund Timoleon Vieta, in einem heruntergekommenen Landhaus in Italien. Cockroft lebt von den Tantiemen seiner Filmmusik und Musicals aus den frühen Siebzigern, ist meist auf Altdamen-Nachmittags-Pegel und träumt von jungen Männern in silbernen Shorts. Ein Ende nimmt die liebenswerte Freundschaft zwischen Cockroft und seinem Hund Timoleon, als "Der Bosnier", gutaussehend, wortkarg und rauh, einzieht: Denn "Der Bosnier" versteht sich gar nicht mit dem Hund. Timoleon, der Hund mit den schönen Mädchenaugen, muss dem neuen Mann weichen und wird am Colosseum ausgesetzt. Aber: Timoleon kehrt zurück, und auf seinem Weg kreuzt seine Geschichte die vieler anderer: Da ist der zarte Polizist mit dem großen Herz für Tiere und für seine Frau. Das walisische Mädchen, an dem der Italiener mit dem tollen Sex doch nur sein Englisch schleifen wollte. Der verkopfte Professor, der die Uni verlässt, um die verwaiste Tochter seiner späten, in China gefundenen Liebe aufzuziehen. Das strebsame Mädchen mit dem Makel, das den Bösewicht der Stadt von der schiefen Bahn holt und dafür ihren Ehrgeiz lassen muss - wie es alle 20 Jahre nach demselben Muster in den Städten Umbriens passiert. Timoleon trifft das schöne behinderte Mädchen, das jeder liebt, der auf sie trifft. Das kambodschanische Mädchen, das sich nach ihrem Kinderfreund in der Nachbarschaft und nach ihrer Schwester sehnt, die die Liebe nach Frankreich geflogen hat. Ganz egal, ob sie groß und ehrlich, erwidert oder nicht, schicksalshaft oder bloß gut eingeredet fühlen: all diese Menschen, die Timoleon trifft, lieben. Und so, wie der erst 1972 geborene Dan Rhodes das erzählt, klingt immer ein "Tjaja, so ist das" mit. Und wenn's mal schmerzlich kommt, ist das auch nicht so schlimm. Irgendwie ergibt auch das einen Sinn.

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