And the Oscar goes to...

Als Julia Jentsch mit den Produktionsfirmen Goldkind Film und Broth Film vor zwei Jahren in einem kleinen Münchner Café das Ende der Dreharbeiten zu "Sophie Scholl" feierte, war ihr vielleicht schon klar, dass sie alle ziemlich gute Arbeit abgeliefert hatten. Vielleicht wurde bei diversen Flaschen Prosecco auch schon mit dem ein oder anderen Preis geliebäugelt. Dass der Film aber bei der 78. Oscarverleihung am 5. März 2006 in der Kategorie bester fremdsprachiger Film nominiert werden würde, kam sicher keinem in den Sinn.
michele-loetzner
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Illustration: Julia Schubert

Bild:dpa „Sophie Scholl – die letzten Tage“ hat einiges an Preisen abgeräumt seit er in den Kinos angelaufen ist, darunter zwei silberne Bären auf der Berlinale 2005 und den Deutschen Filmpreis für Hauptdarstellerin Julia Jentsch. Jetzt geht er neben "Merry Christmas" (Frankreich), "Don`t Tell" (Italien), "Paradise Now" (Palästina) und "Tsotsi" (Südafrika) für den Oscar in der Kategorie bester ausländischer Film ins Rennen. In der Kategorie bester Film treten "Brokeback Mountain", "Capote", "L.A. Crash", "München" und "Good Night, and Good Luck" von George Clooney gegeneinander an. Letzterer ist somit nicht nur für sein Regiedebüt, sondern auch als bester Nebendarsteller im CIA-Thriller "Syriana" nominiert. Die Nominierung als bester Hauptdarsteller für Heath Ledger in "Brokeback Mountain" ist eine von insgesamt acht für den kontroversen Film über zwei schwule Cowboys. Bei den Damen sind Felicity Huffman ("Transamerica"), Reese Witherspoon ("Walk the Line"), Charlize Theron ("North Country"), Keira Knightley ("Pride and Prejudice!") und Dame Judy Dench ("Mrs. Henderson Presents") für die Auszeichnung der besten Schauspielerin vorgeschlagen. Bei den besten Nebendarstellerinnen muss sich die Jury zwischen Catherine Keener ("Capote"), Rachel Weisz ("Der ewige Gärtner"), Frances McDormand ("North Country"), Amy Adams ("Junebug") und Michelle Williams ("Brokeback Mountain") entscheiden. Wer das Rennen macht, erfahren wir am 5. März. Bis dahin hoffen wir darauf, dass „Sophie Scholl – die letzten Tage“ mehr Glück haben wird, als der im letzten Jahr nominierte deutsche Film „Der Untergang“.

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