Ausbildung für 206 Euro im Monat

Knochentrocken, verblüffend und erschütternd: Zahlen zur Ausbildung in Deutschland.
peter-wagner

Der Aschermittwoch ist ein formidabler Tag, um abzurechnen und rückzublicken. Heute deshalb Statistik. Dauert aber nicht lang. Sind so kleine Statistiken. Sind wir zwar einen Tag später dran als die Bundesagentur für Arbeit, die von 5,048 Millionen Erwerbslosen berichten musste, bewegen wir uns aber immerhin in den Gefilden der Ausbildung, in denen die Hoffnung auf güldnere Tage noch glüht. Die drei gefetteten Sätze kann man sich mit einer Schere ausschneiden und auf einen Gedächtnisstützzettel kleben. So gelingt jedes Gespräch zum Thema Ausbildung. Im Jahr 2004 hat jeder fünfte Abiturient einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Fünf Jahre vorher hat das noch fast jeder dritte gemacht. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil immer mehr Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Schule verlassen: 2004 waren das 50.000 mehr als noch 1999. Damals gab es 337.850 Abiturienten jeder Couleur - 2004 haben also fast 15 Prozent mehr Schüler mit Abitur die Schule verlassen. Der Satz: Politiker finden das natürlich gut, weil in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern immer noch viel zu wenige Menschen studieren. Seit 1998 hat sich die Zahl der Studierenden an Berufsakademien mehr als verdoppelt. 28.000 kombinieren auf diese Weise Ausbildung und Studium miteinander. Der Satz: Klar, dass immer weniger Leute eine reine Ausbildung machen: die Kombination von Studium und Ausbildung wird immer beliebter. Und gleich ist das Zahlenknabberpotpourri in Sachen Ausbildung auch überstanden. Hier eine letzte Begründung, eine Liste, weshalb Ausbildungen nicht per se im heimatlichen Berufsentscheidungsportfolio liegen: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2005 in Euro je Monat für ausgewählte Berufe. Die Angaben sind getrennt nach Alten Bundesländern (AB) und Neuen Bundesländern (NB) und gelten für das erste Ausbildungsjahr. Der Satz: 200 Euro im Monat. Krass. Die Superverdiener Binnenschiffer/-in: 808 (AB und NB) Drucker/-in: 763 (AB und NB) Versicherungskaufmann/-frau: 733 (AB und NB) Die Schlechtverdiener Friseur/-in: 326 (AB) und 206 (NB) Konditor/-in: 338 (AB) und 271 (NB) Modenäher/-in: 503 (AB) und 267 (NB) Quelle: Statistisches Bundesamt, Kultusministerkonferenz, Bundesinstitut für Berufsbildung; Grundlage der Verdienstangaben sind die durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen.

  • teilen
  • schließen