<b>Die Klasse von 99</b>

Bild: Von links nach rechts: Matthias Schweighöfer, Tim Sander, Anna Bertheau und Thomas Schmieder; Constantin Film „Hey Bulle!“ – „Hey Verbrecher!“ So begrüßen sich die beiden alten Freunde Felix und Sören auf einem Bahnsteig.
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Illustration: Julia Schubert

Bild: Von links nach rechts: Matthias Schweighöfer, Tim Sander, Anna Bertheau und Thomas Schmieder; Constantin Film „Hey Bulle!“ – „Hey Verbrecher!“ So begrüßen sich die beiden alten Freunde Felix und Sören auf einem Bahnsteig. Der liegt in einer kleinen Stadt am Ende der Welt, an einem von diesen Bahnhöfen, die nur zwei Gleise haben, und in die nur noch Züge kommen, von denen unterwegs schon fast alle Waggons abgekoppelt worden sind. Felix (Matthias Schweighöfer) ist der Bulle, wenn auch noch in der Ausbildung. Sören (Tim Sander) der Verbrecher, er schmuggelt nebenberuflich größere Mengen Ecstasy über die deutsch-holländische Grenze. Aber beide sind außerdem auch noch Freunde, und nachdem Felix weggezogen ist, aus der kleinen Stadt am Ende der Welt, ist Sören mit Simona (Anna Bertheau) zusammengekommen, dem Mädchen, in das Felix mal verliebt war. Jetzt wird Felix an die Polizeischule in seiner alten Heimatstadt versetzt und stellt fest: Nichts mehr so wie früher, trotzdem alles noch genauso klein und eng. Marco Petrys zweiter Spielfilm „Die Klasse von 99“ erzählt die Geschichte einer in Auflösung begriffenen Kleinstadtclique zwischen Provinzdisco und Ehemaligentreffen. Anders als in seinem Debüt „Schule“ geht es diesmal etwas weniger um bonggeschwängerten Hauruckhumor, dafür ein bisschen mehr um die großen Fragen: Was will ich machen? Wie gut kenne ich meine Freunde? War’s das schon? Muss ich weiter? Schade ist dabei nur, dass die Geschichte von zwei alten Freunde, die sich auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes wiederfinden, schon einen Bart hat, der sich locker um mehrere Richtertische wickeln lässt. Denn die Schauspieler (vor allem Matthias Schweighöfer und leider viel zu kurz in einer kleinen Nebenrolle der fabelhafte Tim Egloff) leisten hervorragende Arbeit, die Dialoge sind glaubwürdig und ungespreizt und der bläulich-düstere Look des Films steht ihm sehr gut. „Die Klasse von 99“ (Constantin Film) startet heute in den deutschen Kinos.

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