Bildung für alle: Auf dem J8-Gipfel diskutieren Schüler die Themen der Großen

Am Samstag treffen sich in St. Petersburg die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten Großbritannien, Japan, Italien, Frankreich, Kanada, den USA und Deutschland. Bereits seit Freitag findet in St. Petersburg der Schüler-G8-Gipfel statt. Aus jedem der G8-Staaten nimmt eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren an dem Kongress teil, der vom Gastgeber Russland und der UNICEF organisiert wird. Um sich für den Jugendgipfel zu bewerben, mussten in jedem Land Schüler in einem Exposé darzulegen, wie sie die Themen angehen würden, die auf dem diesjährigen Gipfel behandelt werden: Bildung, Energiesicherheit und Infektionskrankheiten. Acht Schüler des Gymnasiums Essen-Überruhr sind die Gewinner des deutschen Wettbewerbs. Gemeinsam mit ihrem Russischlehrer, der sie beim Verfassen des Bewerbungstextes betreut hat, sind sie seit Freitag in St. Petersburg. Dort diskutieren sie mit den Teilnehmern aus den anderen Mitgliedsstaaten bis zum 18. Juli die Themen des G8-Gipfels, verfassen ein gemeinsames Communiqué und präsentieren es zum Schluss den echten Regierungsvertretern. In einem Blog berichten die Schüler auf jetzt.de von ihren Erfahrungen.
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Nach Eröffnungspartys, gegenseitigem Kennenlernen und Sightseeing am ersten Wochenende des J8-Gipfels, haben die acht Schülerteams am Montag begonnen, auch über Inhalte zu sprechen und Themen zu diskutieren.

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Illustration: Julia Schubert

Die deutschen J8-Teilnehmer Am Montag ging es um den Komplex "ansteckende Krankheiten" wie AIDS, Tuberkulose und Vogelgrippe. Julia, 14, schreibt: "In kleinen Gruppen haben wir diskutiert, wie man diese Krankheiten verhindern kann. Laura und ich haben unsere Position vorgetragen, die wir vorher ausgearbeitet hatten: "We, Julia and Laura, demand as representatives of the female sex the fairness between women and men all over the world, also in the field of health care. We want, that the G8-nations make the necessary funds available, which help to stop these dangerous illnesses in all the countries of the world. They should also educate women to doctors, nurses and assistants by skilled experts of the G8-nations. We are convinced, that well skilled local women will be in the position to break the wall of silence regarding infectious diseases." Erst haben wir uns in unseren nationalen Teams besprochen und dann haben wir uns mit den internationalen Delegierten ausgetauscht. Eines unserer Ergebnisse ist zum Beispiel, dass es wichtig ist, dass viele Leute, auch in den nicht industrialisierten Laendern, Medikamente bekommen koennen. Oft sind diese aber zu teuer. Wir glauben auch, dass es ganz entscheidend ist, dass alle Menschen ueber die Krankheiten aufgeklaert werden. Je mehr wir wissen, desto besser koennen wir uns davor schuetzen. +++ Am Dienstag schrieb Pierre: "Unser Thema heute ist Bildung gewesen. In internationalen Diskussionsgruppen haben wir über die Themen wie «Zugang zu Bildung» und «Qualität von Bildung» gesprochen. Nach dem wir auch noch einen Vortrag von einem Experten der russischen Regierung gehört haben, haben wir uns zusammen auf folgende Punkte geeinigt: Grundschule ohne Gebühren für alle, Gleichberechtigung bei der Ausbildung, alle Kinder dieser Welt gut ausbilden und ihnen auch eine hohe Qualität dabei bieten. Denn das ist, zum Beispiel durch die Globalisierung, immer wichtiger geworden. Wenn alle Menschen dieser Welt zehn Dollar im Jahr bezahlen würden, dann könnten alle Kinder dieser Welt zur Schule gehen! Wir sind uns alle einig: Bildung für alle muss sein! Ich habe an einer Diskussion für einen russischen Fernsehsender teilgenommen. Dabei hatte ich Gelegenheit, den Minister für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation, Andrey Fursenko, zu interviewen. Mich hat am meisten interessiert, wie man dafür sorgen kann, dass auch in muslimischen Ländern alle Mädchen zur Schule gehen können. Der Minister ist mir immer ausgewichen, aber ich habe mehrmals nachgefragt. Am Ende hat er mir zumindest Recht gegeben, dass das ein wichtiger Punkt, aber es schwierig sei, in andere Kulturen und Religionen einzugreifen. Ich habe vorgeschlagen, dass man ja zum Beispiel dafür sorgen kann, dass es Schulen speziell für Mädchen gebe.

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Illustration: Julia Schubert

Pierre mit dem russischen Bildungsminister Am Nachmittag sind wir Eislaufen gewesen – und dass mitten im Juli mit fast 35 Grad draussen. Der russische Olympiasieger im Eiskunstlaufen, Evgeniy Plushenko, hat uns seine Kür vogeführt und uns ein paar grundlegende Bewegungen gezeigt, die wir nachmachen konnten. Viele von den Jugendlichen, zum Beispiel einige der Japaner und der Amerikaner, sind vorher noch nie Schlittschufahren gewesen, also haben wir sie anfangs an die Hand genommen, um mit ihnen die ersten Schritte auf dem Eis zu üben. Es hat uns allen viel Spass gemacht! Hier kann man alle Einträge der Schüler lesen. Alle Fotos: privat

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