Bling bling, der Hamster platzt: Ein Ministerium wird cool

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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will cool werden:

Für sein Ministerium entwickelte die Werbeagentur „artegic“ die Seite I love Cash. Dort steht der muskelbepackte Finanzminister mit Goldzähnen, Sonnenbrille und/oder Afrohead vor zwei Plattentellern und spielt Bling Bling im Bundeshaushalt. Besucher der Website können Textzeilen wie „Ja, ich will Überschüsse machen“ oder „Es macht ja keinen Sinn, dass wir uns ins Koma sparen“ einspielen, den Beat wechseln oder Peers Style verändern. (Nebenbei-Erkenntnis: Peer Steinbrücks Stimme klingt wie Dieter Bohlen.) Aber das Finanzministerium setzt noch einen drauf: Auf einer der Boxen sitzt ein kleiner weißer Hamster. Mit einem Klick auf das Tierchen landet man auf einer neuen Webseite. Wen nun eine dunkle Ahnung beschleicht, die mit Mikrowelle und einem Computerspiel aus den Achtzigern namens „Maniac Manson“ zu tun hat, liegt nicht ganz falsch ... Auf www.hamster-der-film.de thematisiert das Finanzministerium die Schuldenfalle, in die Deutschland geraten ist. 40.000.000.000 Euro muss der deutsche Staat mittlerweile jährlich an Zinszahlungen aufbringen. Diesen Betrag macht 14,5 Prozent des Staatshaushalts aus und bilden im Haushalt der Regierung den zweitgrößten Posten nach „Arbeit und Soziales“. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, bat das Ministerium den Regisseur Pepe Danquart, die Schuldenfalle künstlerisch zu interpretieren. Danquart wählte einen Hamster im Laufrad. Der Hamster rennt und wird größer und größer. Schließlich platzt das Laufrad, der Hamster wird zum Monster und am Ende sprengt das Tierchen auch noch seinen Käfig und am Ende das ganze Haus. Abschließend spricht eine sonore Stimme: „Raus aus der Schuldenfalle – Nutzen wir den Aufschwung.“ DJ Steinbrück and the exploding Hamster. Ach. Ganz nett.

Text: philipp-mattheis - Bild: Screenshot

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