Bücher zu StudiVZ und spickmich.de im Test: Wer braucht sie?

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Worum geht’s?

Das Gruschelbuch Der Student Steve Przybilla hat „Das Gruschelbuch“ geschrieben. Im Selbstversuch hält er tagebuchartig fest, was er in einem halben Jahr auf der Internetplattform erlebt hat. Der 22-Jährige berichtet von seltsamen Damenbekanntschaften, die auf dem Profil "so vielversprechend" aussahen, sich aber im echten Leben als Nieten herausstellten. Den Mailaustausch zwischen ihm und den Mädchen dokumentiert er im Buch.

Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung Mit einer Lehrertypologie, einer Typberatung („Welcher Lehrer passt zu dir?“) und einem Wörterbuch (Lehrer-Deutsch, Deutsch-Lehrer) gibt der Autor eine Art Gebrauchsanweisung für Lehrer. Außerdem gibt es Tipps und Tricks, die die Schulzeit erträglich machen sollen, wie man am die besten Spickzettel schreibt und welche Ausreden fürs Zuspätkommen am besten ankommen. Dicks erklärt in einem Kapitel ausführlich, welche Rechte und Pflichten sowohl Schüler als auch Lehrer haben. Später im Buch erzählen Promis Anekdoten aus ihrer Schulzeit und berühmte Sitzenbleiber wie Harald Schmidt, Boris Becker, Verona Pooth und Edmund Stoiber werden geoutet. *** Was bringt's? Gruschelbuch: Nicht viel. Jeder zwischen 17 und 27 hat entweder schon vom StudiVZ gehört oder hat oder hatte ein Profil dort. Somit kennt auch jeder die Vor- und Nachteile dieses Portals. Klar ist, dass es dort jede Menge skurrile Typen gibt, die ihr Profil danach entwerfen, wie es den größten Erfolg verspricht. Man sieht dort Bilder, die man eigentlich lieber nicht sehen will und bekommt Nachrichten von Leuten, die man lieber nicht lesen will. Manche nutzen es lediglich, um Kontakt zu Freunden, Bekannten und Kommilitonen zu halten. Das alles ist aber nicht neu. Ob man in dem Online-Club mitmacht, ist jedem selbst überlassen. Die Übersetzungen für Chat-Vokabeln wie „Gruscheln“, „lol“ und „Rofl“ braucht man auch nur, wenn man sie benutzt und dann sollte man sie ja ohnehin kennen. Wenig sinnvoll ist auch der beigelegte Test (Bist du StudiVZ-süchtig?). Was, wenn der Test positiv ausfällt? Begibt man sich dann in die Entziehungsklinik für abhängige StudiVZ-Studenten? Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung: Weder die Anleitung zum erfolgreichen Spickzettel noch die Ausreden fürs Zuspätkommen sind besonders aufschlussreich. Informativ und sinnvoll ist hingegen die Rechtsberatung. Es schadet beispielsweise nicht zu wissen, was passiert, wenn ein Schüler mit einer Sido-Maske im Unterricht erscheint. Greift da noch das Recht auf freie Entfaltung oder stört die Maskierung den Schulbetrieb? Die Typberatung für Lehrer nutzt dem Schüler nichts, denn er kann sich seine Lehrer schließlich nicht aussuchen. Ob die Lehrer-Gebrauchsanweisung für mehr Spaß und Gerechtigkeit im Unterricht sorgt, wie es das Buch verspricht, müssen die entscheiden, an die es gerichtet ist: die Schüler. Für Lehrer hat die Homepage spickmich.de, auf der Schüler ihre Lehrer benoten können, jede Menge Ärger eingebracht. Eine Lehrerin zog mit finanzieller Unterstützung einer Lehrergewerkschaft vor Gericht, weil sie der Meinung war, die Seite verstoße gegen Persönlichkeitsrechte und gegen Datenschutzgesetzte. Das Landgericht Köln entschied für spickmich.de, mit der Begründung, dass es sich um ein Meinungsforum handle, das vom Grundrecht der Meinungsfreiheit geschützt sei. Weiterhin gehen regelmäßig E-Mails von empörten Lehrern bei der spickmich-Redaktion ein. Das Buch testet den Humor der Lehrer: Ob sie es entweder mit einem Schmunzeln lesen oder sich darüber aufregen werden. Im Buch wird der "spickmich-Story" nochmals ein Kapitel gewidmet. Was auch kein Wunder ist: Bernd Dicks ist einer der spickmich-Macher. *** Das Gruschelbuch. Ein Erfahrungsbericht von der Internetfront von Steve Przybilla ist im Kontrovers Verlag erschienen. 176 Seiten, 9,90 Euro Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung von Bernd Dicks ist bei KiWi erschienen. 160 Seiten, 5 Euro

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