Bush die Hand schütteln, Merkel ins Ohr flüstern: Das J8-Gipfel-Blog

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Zehnter Tag. Janusch berichtet: "Heute war der große Tag: Unser Treffen mit den G8-Staatschefs. Meine Teammitglieder haben mich gewählt, um unsere Ideen Angela Merkel, George Bush, Vladimir Putin und den anderen vorzustellen. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Die anderen Delegierten konnten die Diskussionsrunde mit den Politikern live im Fernsehen verfolgen und waren dann bei der anschließenden Pressekonferenz dabei. Noch gestern Abend haben die sieben Repräsentanten aus den anderen Ländern und ich uns zusammengesetzt, um das Treffen vorzubereiten. Wir haben ausgearbeitet, wie wir die Hauptpunkte unseres Communiqués am besten präsentieren.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Als wir heute morgen im Konstantinpalast, wo das G8-Treffen stattfindet, ankamen, waren wir alle total aufgeregt. Auf einmal kam ein Konvoi von ungefähr 30 Golfcaddies an, in denen alle Staatschefs samt ihrer Mitarbeiter saßen. Als erstes habe ich Junichiro Koizumi, dem japanischen Premierminister, die Hand geschüttelt. Direkt dahinter stand George Bush, der mich mich «Hey, how are you? Glad to see you!» begrüßte. Es war wie im Film: Ich sehe diese Menschen jeden Tag im Fernsehen, ich weiß, was sie jeden Tag bewirken und nun sitze ich neben ihnen – Ein unbeschreibliches Gefühl! Der Reihe nach hat jeder der jungen Delegierten die Forderungen vorgetragen. Zum Thema Bildung fordern wir, dass jedes Kind Zugang zu kostenloser und qualitativ hoher Bildung hat. Was das Thema Energiesicherheit betrifft, haben wir die Staatschefs daran erinnert, dass das Kyoto-Protokoll von allen Staaten eingehalten werden muss. Wir haben auch über HIV und andere Infektionskrankheiten gesprochen und wollen, dass es kostenlose Medikamente für Infizierte gibt. Wir fordern, dass Forschung subventioniert und kostenlos Moskitonetze bereitgestellt werden. Außerdem fordern wir, dass die „Konvention über die Rechte“ des Kindes von allen unterzeichnet und Toleranz als Schulfach eingeführt wird.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Mit Angela Merkel habe ich mich über den nächsten G8-Gipfel unterhalten, der in Heiligendamm in Deutschland stattfinden wird. Sie hat uns zugesagt, dass wieder ein Gipfel für junge Leute organisiert wird. Am meisten beeindruckt hat mich, dass uns alle Staatschefs zugehört und unsere Ideen im Communiqué gelesen haben. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Regierungschefs uns ernst nehmen. Die Erlebnisse des heutigen Tages waren ein absolutes Highlight, das ich nicht so schnell vergessen werde!" Das Communiqué der J8-Teilnehmer kann man hier lesen. Fotos: dpa, UNICEF/Katharina Junge

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