Christian Ströbele hat sich dumm benommen

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Coca-Cola hat es verstanden, McDonalds hat es gerafft und selbst bei der Telekom ist die Erkenntnis angekommen: „Fußball ist ein Spiel für die Fans“. Diese vermeintliche Allerweltsweisheit reicht zwar für Werbekampagnen mit so genannten Auflaufkindern oder der angeblichen größten Nationalmannschaft der Welt, nicht aber für den Bundestagsabgeordneten Christian Ströbele. Sonst hätte der Politiker (Grüne) geschwiegen, als er von der taz in der Rubrik „Sind Sie für Deutschland?“ befragt wurde. Ströbele, der sonst für klare Aussagen bekannt ist, äußert sich darin mit dem dämlichsten Satz, den Fußballahnungslose überall auf der Welt sagen können: „Weltmeister muss der Beste werden“, gibt Ströbele zu Papier und hält „schönes und offensives Spiel“ für ein entscheidendes Kriterium für die Güte einer Mannschaft.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Fußballerischer Wendehals: Christian Ströbele, Foto: dpa
Erkenntnisse solcher Art sind weit verbreitet bei Menschen, die weder Ahnung von noch Interesse an Fußball haben. Glücklicherweise schweigen diese Menschen meist zu dem für sie langweiligen Sport. Alle vier Jahre jedoch beginnen sie – gerade wenn es sich um Politiker handelt – sinnlos daherzuquatschen. Wenn Ströbele auf die Frage nach seinem Fantum für die deutsche Nationalmannschaft antwortet: „Ich will erst mal sehen, wie die spielen“, dann ist das ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fußballfans auf der Welt. Wer „erstmal sehen will“, wie eine Mannschaft spielt, um dann zu entscheiden, wie er seine Sympathien verteilt, ist ein Wendehals, ein Populist, bestenfalls ein Schönwetter-Fan. Ein wirklicher Fußball-Fan jedoch interessiert sich nicht für offensives oder schönes Spiel, ein Fußball-Fan interessiert sich für den Erfolg ihrer oder seiner Mannschaft.

Es wäre schön, wenn Christian Ströbele in diesem Fall seinem Image als schwarzes Schaf unter den Bundestagsabgeordneten nachkommt. Deshalb: Liebe Parlamentarier, in diesem einen Fall ist es richtig: Christian Ströbele hat sich dumm benommen. Tut es ihm nicht nach. Quatscht nicht von Fußball, wenn Ihr Euch höchstens für Prellball oder Yoga erwärmen könnt.

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