Dan Rhodes kehrt zurück

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kiwi-koeln.de „Oh Scheiße, ich hab die Prinzessin umgebracht“, stellt Véronique fest. Gestern Nacht, nachdem sie bei Jean Pierre war, ihrem Freund. Schon wieder hat es nur Joints, Rotwein und Avantgarde-„Stücke“ vom „Experimentellen Sofioter Brotbrettoktett“ gegeben – und dann Streit. Bis sie gefahren ist, betrunken, aber mit dem Auto. An den Rest kann sie sich nicht mehr erinnern, aber sie sieht es ja heute. Im Auto: Eine Beule. Im Fernsehen: Die Nachricht von Lady Dis Autounfall. In jenem Pariser Autotunnel, der zwischen Jean Pierres und ihrer Wohnung liegt. Nur wie verwischt man die Spuren von einem Autounfall? Véronique ist ein Mädchen, wie Jungs sich putzigerweise gern Mädchen vorstellen: Ein wenig verpeilt, ziemlich hübsch und total in ihren Hund verknallt. Dass „Lady Di oder Das kleine weiße Auto“ von der Danuta De Rhodes, 22, laut Klappentext mit einem ziemlich abenteuerlichen Lebenslauf bestückt, verfasst worden ist, haben zunächst trotzdem einige britische Zeitungen geglaubt. In Wirklichkeit ist der Autor dieses supersympathischen Romans Dan Rhodes, 34, und immerhin mit einem Vermerk auf der renommierten Granta-Liste der zwanzig besten britischen Autoren versehen. Er hat nicht nur einen leichten Stil, sondern auch ein genaues Auge für die Unvollkommenheiten seiner Charaktere – und eine große Umarmung. Sehr, sehr nett, das. “Lady Di oder Das kleine weiße Auto“ ist als Taschenbuch bei kiwi erschienen und kostet 8,90 Euro.

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