Das ist Donald Rumsfeld

Am Dienstag wird der deutsche Verteidungsminister Jung seinen Amtskollegen Donald Rumsfeld treffen. Wir haben ihm schon einmal 17 wissenswerte Dinge über seinen Gesprächspartner zusammengestellt.
christoph-koch

1. Rummys Vorfahren stammen aus Niedersachsen, aus dem kleinen Dorf Sudweyhe südlich von Bremen. 2. Studiert hat Rummy an der elitären Ostküsten- Universität von Princeton. Dort war er Kapitän des Ringerteams. Sein Spezialgriff: der „Fireman‘s Carry“, bei dem er seine (oft deutlich größeren und schwereren) Gegner am Arm und am Bein packte, auf seinen Rücken warf und auf die Matte schleuderte. 3. Rummy hatte nach Angaben des Princeton- Jahrbuchs auch den „drittbesten Körperbau“ seines Jahrgangs. 4. Seine Frau Joyce hat Rummy noch vor der Uni kennen gelernt, an der New Trier High School in Winnetka. Rummy und Joyce haben drei Kinder und fünf Enkelkinder. 5. Es ist 20 Jahre her, dass Rummy im Auftrag Reagans nach Bagdad reiste, um sich dort freundschaftlich mit Saddam Hussein zu treffen. Heute tut er den Besuch als bedeutungslos ab und würde den Diktator gerne „abräumen“, wie er es nennt. 6. Rummy war schon einmal Verteidigungsminister: 1975-77 war er unter US-Präsident Ford mit 45 Jahren der jüngste Pentagonchef aller Zeiten, heute ist er mit 70 der älteste. 7. Zwischen seinen Amtszeiten als Verteidigungsminister war Rummy im Vorstand verschiedener Pharma- und Rüstungsfirmen aktiv und verdiente dort sein Vermögen, das heute auf rund 200 Millionen US-Dollar geschätzt wird. 8. Im Laufe der Jahre hat Rummy 154 Verhaltensregeln und Lebensweisheiten zusammengetragen. Eine davon heißt: „Wenn du Ski fährst und nicht hinfällst, dann probierst du es nicht richtig.“ 9. Leitsatz 2: „Der Mensch und die Schildkröte haben vieles gemeinsam. Keiner der beiden kommt wirklich vorwärts, ohne den Kopf nach vorne zu strecken.“ 10. Von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends arbeitet „Rummy“ täglich an einem riesigen Stehpult im Pentagon, von wo er seine gefürchteten „Snowflakes“ losschickt: kleine weiße Zettelchen mit harschen Anweisungen, die seine Untergebenen in Angst und Schrecken versetzen. Bei der Arbeit trägt er gerne Bergstiefel. 11. Auf seinem Schreibtisch prangt eine Bronzeplakette mit der Inschrift: „Der aggressive Kampf für das Richtige ist die edelste Disziplin, die die Welt sich leistet“ – ein Zitat von Präsident Roosevelt. 12. Das US-Magazin People kürte „Rummy“ zum sexiesten Kabinettsmitglied der Bush-Regierung. Eine Kolumnistin der Washington Times schrieb: „Dieser entschlossene Blick, das kräftige Kinn - ein Mann, dem man vertrauen kann, auch wenn die Hölle losbricht. Das ist ganz schön sexy.“ 13. Im Gegensatz zu den meisten anderen Politikern scheut sich Rummy nicht, das Wort „kill“ in den Mund zu nehmen. Auf die Frage, warum in Afghanistan 2,5 Tonnen schwere Bomben eingesetzt würden, sagte er: „Wir werfen sie auf Al-Qaida- und Taliban-Truppen an vorderster Front ab, um sie zu töten.“ 14. Rummy glaubt nicht, dass die katatrophalen Zustände im Irak für die Medienberichte über die katastrophalen Zustände im Irak verantwortlich sind. Er glaubt viel mehr, dass es für die Journalisten "einen großen Druck gebe, eine dramatische Geschichte zu erzählen". 15. Rummy und Vizepräsident Dick Cheney seien öfter hinter seinem Rücken und dem anderer Regierungsmitarbeiter zu Präsident Bush gegangen und dort ohne sein Wissen über Dinge entschieden, beklagt Ex-Außenminister Colin Powell in einem Interview mit der BBC. 16. Während alle anderen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums wohl bald ihre E-Mails und anderen Schriftverkehr während des Katarina-Desasters für einen Untersuchungssausschuss freigeben müssen, könnte Rummy von dieser Schnüffelei verschont bleiben. 17. Gerüchten über seinen Rücktritt begegnet Rummy mit einer geschickten Doppelstrategie: Einerseits streitet er vehement ab, zurücktreten zu wollen, andererseits schwärmt er von den effektiven Entscheidungsprozessen in der Privatleben - wo einem nicht ständig 535 Kongressabgeordnete in jede Entscheidung reinreden wollen: "Am Schluss hat man Anhörungen und Diskussionen und Debatten und Briefe und Beschwerden und Reden und verschwendet eine Menge Zeit auf unwichtige Dinge".

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