Der geheimnisvolle Gentleman

Mit dieser Geschichte hat sich unser Autor florian-lamp bei einer Klatsch-Zeitschrift als Schreiber der Erotik-Kolumne beworben. Was er damit für Erfolg hatte, steht in der Rubrik Job.
florian-lamp
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Illustration: Julia Schubert

Den ganzen Tag hatte Sabine auf der Konferenz verbracht. Endlich war der letzte Vortrag gehalten, Sabine stand auf und wollte nur noch schnell ins Hotel, als es passierte, sie plötzlich umknickte und mit einem spitzen Schrei hinfiel, einer ihrer Absätze war abgebrochen. Sabine biss tapfer die Zähne zusammen, zog beide Schuhe aus und rappelte sich auf, als jemand sie von der Seite ansprach. „Entschuldigen Sie, mein Name ist Stefan, Daniel Stefan und ich habe eben gerade leider viel zu spät reagiert, um Ihnen wieder auf die Beine zu helfen. Darf ich Ihnen beim Gehen helfen?“ Empört über diesen unverschämten Typen, stampfte Sabine auf und wollte ihm gerade sagen, dass sie ja immer noch alleine gehen könne und wer denn gesagt habe, dass sie überhaupt gehen wolle, doch zuckender Schmerz durchfuhr ihren ganzen Körper. Das mit dem Gehen, das würde vielleicht doch nicht so einfach funktionieren, wie sie es sich vorgestellt hatte. Wortlos griff ihr der Fremde unter den rechten Arm und legte Sabines linken um seine breite Schulter. Dabei strich er sanft und ohne es zu wollen an ihren Brüsten entlang, grinste sein Brad-Pitt-Lächeln und nickte ihr zu. Wie gelähmt ließ sie diesen Typen mit dem vollen dunklen Haar, diesen Lippen und dazu auch noch diesem frechen Grinsen gewähren. Nachdem er sie wortlos, aber bestimmt in Richtung Ausgang des Tagungszentrums geführt hatte, hatte Sabine wieder ein bisschen ihre Fassung gefunden. Sie wollte jetzt nur noch ins Hotel, ein wenig Eis auf ihren Knöchel legen und diesen öden Tag vergessen. Sie bat ihren schönen Helfer, ihr doch bitte ein Taxi zu rufen, doch dieser widersprach ihr: „Wer weiß, was Sie noch alles anstellen, wenn Sie ohne Beschützer unterwegs sind und außerdem: Wie wollen Sie von ihrem Taxi alleine in ihr Hotel kommen? Möchten Sie den ganzen Weg etwa einbeinig zurücklegen?“ Und wieder dieses Grinsen. Sabine wurde schwach, irgendwo tief drinnen in ihrem Kopf fragte sie sich zwar, wie sie sich nur von jemand völlig Fremden herumchauffieren lassen könne, aber gleichzeitig wusste Sie, er meinte es ernst. Daniel platzierte Sabine vorsichtig wie ein wertvolles Stück Porzellan auf dem Beifahrersitz, grinste und sagte: „Bitte anschnallen… und bitte nicht weglaufen!“ Wieder fuhr er sanft über ihre Brüste und sah ihr dabei tief in die Augen. „Unverschämter Kerl“, flüsterte sie, musste aber selbst über diese Bemerkung lachen und biss sich auf die Unterlippe. Auf der Fahrt zum Hotel ließ Sabine ihrem Frust über ihr langweiliges Leben vollen Lauf. Ihr Unfall war nur der Höhepunkt einer schrecklichen Woche gewesen. Daniel hörte ihr die ganze Zeit aufmerksam zu, stoppte dann aber den Wagen am Straßenrand, blickte Ihr tief in die Augen und legte langsam seine Lippen auf die ihren. Sabine war zunächst wie erstarrt, doch dann begann auch sie, mit Daniels Zunge zu spielen und über seinen starken Rücken zu streichen, während er mit seinen Fingerspitzen an ihren Brustwarzen spielte. Doch plötzlich löste sich Daniel aus der innigen Umarmung, ordnete sich wortlos wieder in den Verkehr ein und ließ Sabine perplex in ihrem Sitz zurück. Bis zur Einfahrt des Hotels herrschte Stille im Wagen, die Luft war wie elektrisch aufgeladen und es sirrte vor Sabines Augen. Was Daniel mit ihr getan hatte, ließ sie innerlich immer wieder beben. Daniel stieg aus, öffnete Sabines Tür und half ihr wortlos aus dem Auto. Dann neigte er sich zu ihrem rechten Ohr und flüsterte „Glaubst Du immer noch, das Leben sei nicht schön, sondern öde und langweilig?“ Sabine lächelte Daniel an, spürte seinen heißen Atem und brachte kein Wort heraus. Erregt schüttelte sie ihren Kopf, hauchte ein leises „Nein“. Sie legte ihren Arm um seinen Hals, doch Daniel nahm sie mit einem Schwung in seine starken Arme, drückte sie an sich und trug sie nun vorsichtig wie ein kostbares Geschenk ins Hotel. Sabine biss immer wieder leicht in Daniels Nacken und spielte mit seinem Ohrläppchen und bemerkte, dass er nicht nur wegen ihres Gewichts außer Atem kam. Ihre Hände strichen dabei immer wieder über Daniels muskulöse Brust und sie sehnte sich danach, noch einmal diese Lippen, die so schön und sexy grinsen konnten, auf ihren eigenen spüren zu können. Daniel setzte Sabine langsam ab und kaum hatte sie den Boden berührt, ließ er sie mit einem sinnlichen, unendlich lange anhaltenden Kuss an der Türe stehen. Sabine musste sich im Zimmer erst einmal fassen. War das alles nur ein Traum gewesen? Dieser Mann, sein Körper, sein Atem, seine starken Arme, sein immer wie zufällig wirkendes Berühren ihrer Brüste? Wie konnte er sie nur so stehen lassen? Eine halbe Stunde später, Sabine hatte die ganze Zeit wie im Trance auf dem Bett gesessen, klopfte es an Sabines Tür. „Zimmerservice!“ „Ich hab aber gar nichts bestellt…“ Dennoch humpelte sie zur Tür. Ein Hotelboy schob einen Servierwagen herein, auf dem eine große Schale mit Erdbeeren und zwei leere Sektgläser standen. Sabine blickte verwirrt dem Kellner hinterher, als ihr jemand unvermittelt auf die Schulter tippte. Daniel grinste sie an und zog hinter seinem Rücken einen Sektkühler hervor, in dem eine Flasche Champagner stand. „Ich hab auch ein bisschen Eis mitgebracht für Deinen Knöchel“, flüsterte er ihr ins Ohr und drückte dem Hotelboy einen Geldschein in die Hand. Als die Tür zum Zimmer wieder verschlossen war, beugte er sich zu Sabine herunter, küsste sie zunächst sanft und dann immer fordernder, nahm sie in seine Arme, um sie auf dem Bett wieder abzusetzen. Vorsichtig zog er ihr den Rock und ihre Strumpfhose aus, während er ihren Körper mit feuchten Küssen bedeckte, immer bedacht darauf, ihren lädierten Fuß nicht zu berühren. Sabine öffnete währenddessen langsam Knopf um Knopf um Knopf seines Hemdes und freute sich, ihrem Helfer bald ausführlicher ihren Dank zeigen zu können. Ihre Lippen liebkosten seine Brust, seinen trainierten Oberkörper, seinen Bauchnabel… Sabine wusste nicht, was morgen werden würde, aber das war ihr auch egal, denn jetzt lebte sie nur für diesen Moment, für sich und für ihn, für Daniel. Und so gaben Sie sich beide einander so hin, so offen und leidenschaftlich wie zwei Verdurstende, die nach tagelangem Marsch durch die Wüste Wasser gefunden haben. Nie hätte sie gedacht, dass sie in der Lage war, sich einem Fremden so tabulos hinzugeben. Die Konferenz war vorbei, endlich konnte sie ganz Frau sein und sich völlig gehen lassen. Eng schmiegte sie sich an ihren Daniel und zusammen erlebten beide die schönste Nacht, die sie jemals gehabt hatten, taten Dinge, die sie so noch nie getan hatten und ließen ihrer Fantasie freien Lauf… Hier kannst du lesen, wie sich florian-lamp mit dieser Geschichte als Erotik-Kolumnist beworben hat.

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