Der Hype des Sommers: Lily Allen

Sie nennen sie "the queen of the myspace-Generation" (The Sun), „the hottest pop star in cyberspace right now“ (theage.com.au) und "pop's new princess" (Telegraph): Lily Allen, die zuerst übers Internet bekannt wurde, ist der Hype des Sommers. Gerade hat ihre Single "Smile" die Spitze der britischen Charts erklommen - und ist auf dem besten Weg, der Sommerhit 2006 zu werden. 21 Fakten über die 21-Jährige aus London.
dirk-vongehlen

1. Es gibt unendlich viele Geschichten über Lily Allen im Netz. Einige davon stammen sogar von ihr selbst: „Ich hör doch jetzt nicht auf, Dinge von mir im Netz zu erzählen, nur weil mehr Leute mitlesen“, erklärt sie in einem Interview. 2. Nachlesen kann man ihrer Geschichten auf ihrer MySpace-Seite und seit kurzem auch auf ihrer eigenen Webseite.

3. Bekannt wurde Lily im Netz aber nicht nur über MySpace. Bevor MP3s ihrer eigenen Songs im Internet kursierten, wurde sie dank 50 Cent und den Kaiser Chiefs bekannt. Im Netz kursiert sowohl die Version von 50 Cents „Window Shopper“ als auch das Cover von "Oh My Good" der Kaisers Chiefs. 4. Die Nachricht vom erfolgreichen Chart-Aufstieg ihrer Single „Smile“ erreichte Lily auf dem T in the Park-Festival Anfang Juli. Gerüchten zufolge feierte sie ausgiebig, betrank sich und lief grölend durch den Backstage-Bereich, wo sie die Türen aufriss und vor allem männlichen Bands entgegenbrüllte: „Ihr tragt enge Hosen, aber ich bin die Nummer eins.“ 5. Als sie anschließend auf ihr Verhalten bei dem Festival angesprochen wurde, sagte sie: „Wenn man sich nicht mal auf einem Rock-Festival betrunken daneben benehmen darf, wo soll man das denn dann tun?“ 6. Überhaupt nutzte Lily die Aufmerksamkeit für ihre Chart-Platzierung, um eine Diskussion über Drogen anzustoßen, die der britische Boulevard gerne weiterspielte: „Ich befürchte, das sind erste Zeichen, dass Lily auf die schiefe Bahn gerät“, kommentierte die Sun als Lily ungefragt ankündigte, ihren Chart-Erfolg mit einer ordentlichen Portion Kokain feiern zu wollen. 7. Lily-Allen-Vergleich 1: Sie ist die „weibliche Antwort auf Mike Skinner", schreibt mtv.de. Noch begeisterter zeigt sich der britische Guardian. Dort ist man sich sicher: Sie ist viel, viel besser als The Streets. 8. Lily-Allen-Vergleich 2: Weil sie zunächst im Internet bekannt war, wird Lily oft mit den Arctic Monkeys verglichen. Trotzdem hat sich die 21-Jährige kürzlich mit allen Indie-Bands aus Großbritannien angelegt: „Klar, bin ich Fan“, sagte sie mit Blick auf britische Gitarrenbands. „Wenn man aber ehrlich ist, muss man sagen: die erbrechen doch alle nur Varianten ein und desselben Songs. Weil sich das gerade am besten verkauft. Die klingen doch alle gleich.“ 9. Lily hat angeblich 13 Mal die Schule gewechselt, war also auf 14 Lehranstalten, als sie im Alter von 15 Jahren ihre Schullaufbahn beendete. 10. Der Grund für die häufigen Schulwechsel liegt nach Lilys Selbsteinschätzung an ihren eigenen Leistungen: „Ich war richtig schlecht“, erklärt sie in einem Interview, gesteht aber: „Ich war neidisch auf all die anderen, die Hausaufgaben machten, pünktlich waren und immer alles dabei hatten.“ 11. Nach der Schule schlug sie sich mit Jobs durch. Sie arbeitete als Kellnerin, machte angeblich sogar eine Ausbildung zur Floristin. 12. 1998 hatte sie sogar eine kleine Rolle im Film „Elizabeth“ an der Seite von Cate Blanchet. 13. Ähnlichen Kontakt wie zum Film hatte Lily wohl auch zu Robbie Williams. Die beiden liefen sich bei Aufnahmen in einem Studio über den Weg, wo Lily ein paar backing tracks für ihn aufnahm. Mehr war da „verdammt noch mal“ nicht, betont Lily.

Screenshot von der Webseite des "Notting Hill Arts Club" 14. Ihr erstes Konzert gab sie im Notting Hill Arts Club im Westen Londons. Dort freut man sich so, dass man auf der Startseite auf Lilys Charterfolg hinweist: „Hoorah, Lily Allen is the nationwide No.1 single. Remember where you heard it first?“ Besitzer des Clubs ist übrigens Lilys Ex-Freund. 15. Fotos von dem Auftritt gibt es in der Gallerie auf ihrer Webseite lillyallenmusic.com. Wenig später spielte sie beim T4 On The Beach-Festival - vor 30.000 Fans. Das war erst ihr siebter Solo-Auftritt. 16. Auf die Frage, wie es weitergeht mit ihrer Karriere, antwortet die Frau, die Air max 90’s und Air max 1’s sammelt, sehr nüchtern: „Ich mach noch drei Alben. Dann hab' ich hoffentlich genügend Geld für ein Haus und ein wenig Stabilität in meinem Leben. Dann werde ich heiraten und aufs Land ziehen.“ Im Video zu ihrer Single "Smile" zahlt Lily eine Schlägerbande, damit diese ihren Ex-Freund ordentlich zurichtet und seine Wohnung verwüstet. 17. Lily hat einen jüngeren Bruder (dem sie die Single "Alfie" widmet) und eine ältere Schwester. Ihr Vater ist der Schauspieler Keith Allen. Er verließ die Familie, als Lily vier war. Sie blieb bei ihrer Mutter (der Film-Produzentin Allison Owen) und ihren Geschwistern. 18. Von der Frage, ob sie von der Berühmtheit ihres Vaters profitiert, ist Lily schon nach ein paar Monaten genervt: „Mein Vater hatte keinen Einfluss auf meine Karriere“, sagt sie. „Er unterstützt mich und meine Musik – so wie es jeder Vater tun würde.“ 19. Wahrscheinlich liegt Lily damit gar nicht so falsch, denn außerhalb Großbritanniens ist Keith Allen nicht sonderlich bekannt. Die US-Zeitschrift The Village Voice schrieb über Lily: „Sie ist 21, sie ist aus London und sie ist die Tochter eines berühmten britischen Comedian, von dem ich noch nie gehört habe.“ 20. Allerdings ist Vater Allen britischen Musik-Freunden durchaus ein Begriff – als Mitglied der Band Fat Les, in der auch Damien Hirst und Blur-Bassist Alex James spielen. Keith Allen stand auch schon mit New Order auf der Bühne, an deren Single „World In Motion“ hat er sogar mitgeschrieben. 21. Und sonst? Lily, die von sich selbst sagt, sie habe fette Beine, hat auf diese abschließende Frage in einem Interview unlängst geantwortet: „Wenn da draußen junge Mädchen das hier lesen, dann lasst euch sagen: Seid zufrieden so wie ihr seid. Ignoriert die Faschisten, die wollen, dass ihr euch zu dick oder hässlich fühlt, damit sie noch mehr Geld mit euch verdienen können.“