Der Krampf mit dem Kampf

Eine Online-Petition fordert die Abschaffung der Bundesjugendspiele. Die Meinung der jetzt-Redaktion dazu ist gespalten: Zehn Dinge, die uns in guter, und zehn, die uns in schlechter Erinnerung geblieben sind.
jetzt-redaktion
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Illustration: Julia Schubert


Zehn Dinge, die eigentlich ganz gut waren:

Softdrinks! Während der Schulzeit! Vormittags! Der Geruch der Tartanbahn, wenn die Morgensonne draufscheint. Der einzige Tag im Jahr, an dem man den tollen Typen aus der zehnten Klasse in Jogginghosen sehen kann. Einen Tag lang in der Sonne laufen, werfen, springen ist immer besser als in der Schule hocken. Der eigentliche Wettbewerb: Wer hat das kreativste Entschuldigungsschreiben dabei? Mit dem ersten Sonnenbrand die Grundlage für den Sommer schaffen. Unendlich viel Proviant einpacken und endlich eine Rechtfertigung für erhöhten Keks- und Schokoladenkonsum haben (in "Ritter Sport" ist das Sport ja schon drin!). Auf die Frage "Wie wars in der Schule?" endlich was zu erzählen haben. Die Lehrer in ihren Sportoutfits auschecken – und imitieren. Beim ersten Körperkontakt mit Mitstreitern dramatische Verletzungen vortäuschen und sich dann mit einem Eisbeutel in den Schatten zurückziehen.
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Zehn Dinge, die keinem fehlen, wenn es keine Bundesjugendspiele mehr gibt:

Laufen, springen, werfen: hohes Blamagerisiko. Hohe tatsächliche Blamagerate auch. Der einzige Tag im Jahr, in dem der tolle Typ aus der elften Klasse dich in Jogginghosen sehen kann. Der Geruch in der Umkleide am Nachmittag. Der Stich ins Herz beim Erhalten der Teilnehmerurkunde. Bittere Erkenntnis 1: Teilnehmerurkunden werden nicht wichtiger, nur weil wichtige Menschen angeblich darauf unterschrieben haben. Ehrenurkunden auch nicht. Die Siegertreppchen-Fotos für die Schülerzeitung. Den Sportbeutel/Die Trinkflasche/Das T-Shirt zum wechseln vergessen. Jedes Jahr. Kommentare wie: "Das liegt nur an der Technik." Der Knacks in der Freundschaft mit Tina, wenn das Staffelholz runterfällt. (Hat sie es nicht gut übergeben? Hast du es nicht gut angenommen?) Bittere Erkenntnis 2: Keine Schürfwunde schmerzt so sehr wie die, wenn man beim Sprint hinfällt und mit den Knien bremst.

Text: jetzt-redaktion - Foto: Roodini/photocase.de

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