Der Playboy wird schwul

Die Zeitschrift, die alles liefert, was Männern Spaß macht, will jetzt Spaß für alle Männer bringen
meredith-haaf

Sehr schön, endlich mal wieder ein Anlass die Sektkorken knallen zu lassen und eine gute, alte Poolparty zu schmeißen. Immer wieder ist im allgemeinen Neokonservativismusgedöns der letzten Zeit die heimliche Rückkehr des Patriarchats beschworen worden. Doch ausgerechnet die letzte Bastion der alten Männerordnung – der Playboy – beweist in diesen Tagen das Gegenteil.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Am Sonntag wird 'Playboy'-Gründer Hugh Hefner 80 Jahre alt. Kurz vor dem Geburtstag hat sein Verlag angekündigt, jetzt auch schwule Männer zu Playboy-Lesern machen zu wollen. Archivbild vom 4.12.2003: dpa
Gestern kündigte der Konzern, der sich lieber als „pro-Sex“ denn als gemein „pornographisch“ attributieren lässt, ein neues korporatives Abenteuer an: Playboy goes schwul.
Bislang stand der Playboy immer eher unter Chauviverdacht. Die nackten Brüste und Hinterteile, die Autos und Villen stehen seit der Existenz des Magazins für ein ganz bestimmtes, testosterongeladenes Bild von Männlichkeit. Daran änderten auch die „interessanten Interviews“ nichts, genauso wenig wie die Tatsache, dass der Verlag schon seit einigen Jahren auch für Bedürfnisbefriedigung auf dem weiblichen Marktsegment sorgt. Doch jetzt werden auch diejenigen mit ins Boot geholt, die sich unter „Alles, was Männern Spaß macht“ ein bisschen etwas anderes vorstellen, als Hugh Hefner und seine Hasen.

„Wo es einen wichtigen schwulen Markt gibt, fühlen wir uns sehr wohl damit, ihn zu erschließen“, sagte Christie Hefner, Hughs Tochter und Geschäftsführerin des Konzerns. Sie will noch in diesem Jahr einen Softpornokanal in Großbritannien gründen. Die Firma Playboy wird also schön langsam genauso bunt und vielfältig wie die lustige Welt der Sexualität. Allerdings soll für den Fernsehsender ein neuer Markenname geschaffen werden. Was ein echter Playboy ist, beschäftigt sich also – nach Ansicht der Hefners – immer noch nur mit ganz bestimmten Spielsachen.

  • teilen
  • schließen