1. Soloway schätzt, dass er etwa zehn Trillionen Spam-eMails verschickt hat. Nachgewiesen werden konnte ihm von der Staatsanwaltschaft in Seattle nur ein Bruchteil. Der reichte allerdings aus, um ihn drei Jahre, acht Monate und 27 Tage ins Gefängnis zu bringen.  

2. Seit knapp zwei Wochen ist Soloway nun frei – aber nur unter bestimmten Konditionen. Bewährungshelfer überwachen während der kommenden drei Jahre jede Mail, die Soloway schreibt. Soloway sagt, er werde sehr vorsichtig sein. „Wenn ich Mails verschicke, werde ich wahrscheinlich noch nicht mal jemanden in CC setzen. Ich werde jeder einzelnen Person eine eigene eMail schicken.“  

3. Soloway freut sich nach eigenen Angaben darauf, die neue Welt der sozialen Netzwerke zu entdecken - nach dreieinhalb Jahren ohne Internetzugang. "Ich war noch nie auf Facebook", sagt Soloway zum amerikanischen Technikmagazin Wired. "Aber ich habe gehört, dass es nett sein soll."  

4. Gerichtliche Verfahren gegen den „Spam-King“, wie ihn amerikanische Staatsanwälte nennen, gab es schon seit 2003. Microsoft klagte vor einem Zivilgericht, das Soloway zu sieben Millionen Dollar Schadensersatz verurteilte. Die Anwälte von Microsoft bezeichneten Soloway damals als einen der Top-10-Spammer der Welt. Trotzdem dauerte es danach noch vier Jahre, bis die Staatsanwaltschaft strafrechtlich gegen ihn vorgehen konnte.  

Robert Soloway im "Wired"-Artikel

5. Für 495 Dollar konnte man bei Soloway 20 Millionen Werbeemails kaufen. Ein lukratives Geschäft, denn ein Profi-Spammer, wie Soloway es war, kann pro Tag etwa 500 Millionen Spams verschicken. Der Kalifornier verdiente ein Vermögen und fuhr teure Autos. Bis die Polizei vor vier Jahren alles beschlagnahmte – einschließlich seiner 27 Paar Designerschuhe und Armani-Jacketts.  

6.  Das Verschicken von hunderten Millionen Spam-Mails pro Tag machte Soloway durch Zombie- und Botnetze möglich. Sie entstehen durch Viren, die fremde Privatcomputer auf der ganzen Welt kapern und zu einem großen Netzwerk verbinden.  

7. Der Kalifornier gab sich aber nicht damit zufrieden, nur selbst Spams zu verschicken. Stattdessen zeigte er auch anderen, wie man Spam-Mails verschickt.  

8. Schon als Jugendlicher trieb sich Soloway in Newsgroups rum, verkaufte dort seine Star Wars-Spielzeuge und seine Super Nintendo-Konsole. „Damals begann meine Abhängigkeit“, sagt er heute. Er verschickte Mails an Fremde und fragte sie, ob sie Sammlerstücke zu verkaufen hätten, um sie anschließend selbst weiterzuverkaufen. Erst moderne Spam-Filter konnten sein Netzwerk aufdecken.  

9. Heute zeigt Soloway Reue. „Es gibt keine Entschuldigung dafür. Was ich gemacht habe, war total egoistisch.“ Er habe ein Doppelleben geführt und sei ein jämmerlicher, unglücklicher Mensch gewesen.  

10. Seit er aus der Haft entlassen wurde, arbeitet Soloway für zehn Dollar pro Stunde in einem Druckerladen und wohnt in einem kleinen Apartment in Seattle. In Zukunft möchte er sein Geld damit verdienen, Verbrauchern und Geschäftsleuten zu helfen, sich gegen Spam-Mails zu schützen.