Dickenwitze bekämpfen keine Neonazis

Das Hetzvideo der vier NPD-Mitglieder aus Trier hat es verdient, parodiert zu werden. Für seinen fremdenfeindlichen Inhalt - nicht für das Aussehen der Protagonisten.
kathrin-hollmer

Da macht ein 

 die Runde im Netz. Trier, die „älteste Stadt Deutschlands“, bezeichnen sie darin als „Hochburg der Asylüberfremdung“. Sie rufen Parolen wie „Deutsches Geld für deutsche Interessen“ und „444“ - ein Code für „Deutschland den Deutschen“. Und das alles in einer erstaunlichen Ku-Klux-Klan-Ästhetik: ohne weiße Kapuzenkleider zwar, aber mit brennenden Fackeln. Und wie reagieren Youtube- und Twitter-Nutzer darauf? Indem sie sich über das Aussehen der NPDler lustig machen.  

Screenshot: 

In einem 


In einem anderen 

- und kopiert damit die NPD, die seit Jahren immer wieder Kondome an „Ausländer und ausgewählte Deutsche“ verschickt.

Satire ist aber nur ein guter Weg, um politische Zusammenhänge zu verdeutlichen, wenn sie sich mit Inhalten beschäftigt. Nicht mit Äußerlichkeiten. Humor kann Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit entlarven. Dickenwitze können das nicht.

Wer sich über die Männer in dem Video lustig machen will, sollte das nicht wegen ihres Aussehens tun, sondern wegen des hanebüchenen Blödsinns, den sie von sich geben. Dafür muss man sich mit Inhalten beschäftigen. Das ist anstrengender, als jemanden auszulachen, der schlechte Zähne hat. Aber notwendig. Menschenfeinde bekämpft man nicht mit Menschenfeindlichkeit. In Deutschland brennen regelmäßig Asylbewerberheime, da sollten wir fremdenfeindlichen NPD-Mitgliedern mehr entgegenzusetzen haben als Witzchen über ihr Aussehen.