Die Gute Karte

Mit kreativen Ideen will der Verein Sozialhelden die Welt ein kleines bisschen sozialer gestalten. Neueste Idee: Die GUTschein-Karte.
steffi-hentschke

Der alten Dame dabei helfen, den richtigen Bahnsteig zu finden. Oder dem erkälteten Mitbewohner eine Hühnersuppe kochen. Eigentlich bieten sich ständig Gelegenheiten, eine kleine, aber durchaus gute Tat zu vollbringen. Nur irgendwie denken wir nicht so oft daran wie wir gern würden. Damit sich das ändert, gibt es seit kurzem den "GUTschein zum GUT sein". Das kleine Kärtchen in Signalrot erinnert uns daran, mal wieder etwas Nettes für andere zu machen.



Die Idee dazu hatte Sabine Kruppa von den "Sozialhelden" -  der Berliner Verein initiiert beinahe regelmäßig Projekte, die die Welt ein wenig sozialer machen sollen. "Mit der Karte hat man etwas auf der Hand. Damit fällt es leichter, die Augen offen zu halten", erklärt die 31-Jährige. Am liebsten wäre es ihr, wenn die Karten immer an Fremde und am besten anonym weitergegeben würden. Schließlich ist es ja nicht Sinn der Sache, mit den eigenen guten Taten hausieren zu gehen. Allerdings: So völlig in alle Himmelsrichtungen zertreuen sollen sich die Kärtchen inklusive der Geschichten dann doch nicht.

Die GUTscheine sind nummeriert und jeder Besitzer hat die Möglichkeit, Nummer und Erlebnis in ein Online-Archiv einzutragen. Dort sammeln sich mittlerweile viele kleine Geschichten von Menschen, denen ein Gefallen getan wurde. "Ich habe den Gutschein von meinem Sohn bekommen", schreibt zum Beispiel Tanja. "Er ist 10 Jahre alt und hat mir die Wäsche aufgehangen." Manchmal sind es aber auch Fremde, die einem Gutes tun. Sarah aus Berlin schreibt: "Als ich heute morgen mein Fahrrad aus dem Hof geholt habe,war ein Wunder geschehen: Es war nicht mehr platt. Irgendwer hat mir die Reifen aufgepumpt und das Kärtchen mit Tesa an den Lenker geklebt." Viele der GUTschein-Besitzer arbeiten selbst im sozialen Bereich. So wie Petra. Die Berlinerin hat gleich fünf Karten bestellt und viele davon direkt weitergegeben: "Als eine S-Bahn hielt und der Fahrer ausstieg, sagte ich ihm, dass er einen tollen Job macht und gab ich ihm eine Karte."


Das "Sozialhelden"-Team

Offensichtlich kommt die Idee gut an, wurden doch die ersten 1000 Karten bereits verschickt und so viele bestellt, dass es demnächst eine zweite Auflage geben soll. Klar, mit so einer kleinen Karte, die sich kaum von den dutzend anderen in der Brieftasche unterscheidet, lassen sich keine großen Dinge bewegen. Aber darum geht es Sabine Kruppa und den "Sozialhelden" auch nicht. Sie wollen zeigen: "So schlecht wie alle sagen ist die Welt doch gar nicht."







Text: steffi-hentschke - Fotos: www.sozialhelden.de

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