Die Sommerferien von Thees Uhlmann

Auch Indie-Stars brauchen Erholung. Aber wo und wie? Fünf von ihnen haben uns erzählt, wie sie es dieses Jahr mit dem Urlaub halten.
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Mathias Hielscher (Virginia Jetzt!): „Meine Freundin und ich fahren in das europäische Land, das Weltmeister wird - oder eben das, das am nächsten am Weltmeisterland dran ist. Eigentlich interessiere ich mich nicht für Fußball und demnach auch nicht dafür, wer diese WM gewinnt. Aber Spanien wäre schon schön, auch Holland fänd’ ich lustig. Oder meinetwegen in den Schwarzwald, kann ja auch gut sein dort. Mir gefällt an diesem Ansatz, dass man sich die WM unter solch einem Gesichtspunkt anschauen kann. So hat das Ganze eine völlig andere Art von Spannung.“


Konstantin Gropper (Get Well Soon): „Letztes Jahr bin ich last second-mäßig in die Türkei geflogen. Das war schon sehr pauschal; für den Moment sicher gut, im Nachhinein aber langweilig. Wenn die Festivaltermine dieses Sommers für mich vorbei sind, soll es zehn bis vierzehn Tage nach Korsika gehen. Das Interessante an Korsika ist, dass die Küche eine Mischung aus Italien und Frankreich bietet. Ich mag die französische Küche eh sehr, nun kommt da dann scheinbar noch etwas Pasta und Fisch hinzu. Und, die machen da aus Esskastanien Mehl und daraus wiederum ihr Brot – ich bin gespannt, wie das schmeckt. Vor jedem Urlaub informiere ich mich grundsätzlich immer zunächst über die Landesküche, danach dann erst über den Rest. Wenn ich mehr Zeit und Geld hätte, würde ich mal durch Schottland wandern. Schöne Landschaft, nette Menschen, guter Whiskey und die Küche dort ist sicher auch interessant. Allerdings gibt es da diesen gefüllten Schafsmagen. Und bei Innereien bin ich nicht mehr dabei, da steige ich dann aus.“


Thees Uhlmann (Tomte): „ Ich hab kein Geld für Urlaub – und will auch kein Geld für so was haben! Urlaub ist nicht so mein Ding, Urlaub stresst mich total. Und mal ganz ehrlich, wer spannt denn im Urlaub schon aus!? Da fahren die Leute nach Thailand – oh, wie schön! Aber dann kommen sie wieder und sind total gestresst, weil alles nicht geklappt hat, weil sie sich irgendeine Krankheit eingefangen haben und so weiter. Das ist doch purer Stress! Genauso schlimm finde ich es, wenn ich die Sprache des Landes, in dem ich bin, nicht sprechen kann. Es ist mir, und das liegt vielleicht an meiner eigenen Spießigkeit, unsagbar peinlich und unangenehm, wenn ich Speisekarten nicht lesen kann. Außerdem sind wir Uhlmanns früher wahnsinnig viel in Europa im Urlaub gewesen. Mein Kontingent an besuchten Kirchen und Museen habe ich damals schon auf Lebenszeiten erfüllt. Da gehe ich lieber mit meiner Tochter auf den Spielplatz und fahre mit ihr noch an die Nordseeküste zur Oma.“


Ruth Maria Renner (Miss Platnum): „Wahrscheinlich mache ich einen Kurzurlaub in Istanbul. Ich war mal kurz für einen Auftritt dort, und mich haben auf Anhieb die Größe und die Lage dieser Stadt fasziniert. Am Meer, auf zwei Kontinenten und dieser Reichtum an kulturellen Dingen – da herrscht ein guter Vibe. Ich fahre mit einem türkischen Freund dort hin, der mir dann Einkaufs- und Ausgehtipps geben wird, damit ich nicht mit dem Touriführer loslaufen muss. Und wenn alles hinhaut, geht es dann später noch entweder nach Sardinien oder Bayern. Sardinien wegen Geheimtipp und so, auch wenn das schon längst keiner mehr ist, ich weiß. Aber egal, auch wenn es nicht ganz billig ist, hat man es dort dafür auch noch nicht ganz so touristisch. Falls Sardinien nicht klappt, fahre ich nach Bayern, auf eine Alm. Ich bin in den Bergen, in den Karpaten in Rumänien, aufgewachsen und mag dieses Panorama einfach sehr. Dort oben ist alles anders – anders als in der Stadt und anders als am Meer.“


Luise Fuckface (The toten Crackhuren im Kofferraum) „Wir fahren gemeinsam nach Masuren in Polen. Das ist für mich fast so wie früher, denn dieser Ausflug nach Polen war damals immer mein Urlaub von den Eltern, dreimal im Jahr oder so konnte ich da hinfahren. Einmal habe ich mir dort ein Bein gebrochen und musste mit dem Krankenwagen zurück nach Deutschland. War ein Unfall wegen Trunkenheit auf dem Surfbrett. Diesmal wird es ein Bandurlaub. Wir wollen uns menschlich mal wieder näherkommen und unser Miteinander etwas aufpäppeln. Für ein Hotel reicht es zwar nicht, weil wir zu arm sind, deshalb wird gezeltet. Zum Baden, Angeln, Reiten und für all den anderen Müll reicht’s dann aber doch noch.“

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