Die unendliche Geschichte von Chinese Democracy

Seit sieben Jahren bastelt der radlerhosentragende Axl Rose, Sänger der Guns`n`Roses, an dem Album "Chinese Democracy". In jedem einzelnen dieser sieben Jahre wurde dessen Veröffentlichung angekündigt. Dieser Tage rumort es schon wieder ordentlich in der Gerüchteküche: "Chinese Democracy" soll diesen Sommer endlich herauskommen. Hier eine kleine Chronik der Bandgeschichte, seit Axel Rose eigentlich die Band alleine ist.
michele-loetzner
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Illustration: Julia Schubert

Bild: Universal Records 1985 - 1994 Um den Schulabbrecher Axl Rose formiert sich die Band Guns`n`Roses. Zusammen mit den Gitarristen Slash und Izzy Stradlin sowie dem Bassisten Duff McKagan und dem Schlagzeuger Steven Adler gehört Guns`n`Roses für fast die nächsten zehn Jahre zu den erfolgreichsten Musikgruppen der Welt. Sämtliche Alben landen in den Top10, Konzerte locken Zehntausende von Besuchern an. 1996 Slash steigt nach vier gemeinsam aufgenommenen Platten aus, nachdem er zwei Jahre zuvor die Band Snakepit gegründet hat. Später löst sich auch diese Band auf und er gründet die bis heute erfolgreichen Velvet Revolver. Die beiden Masterminds von Guns`n`Roses, Slash und Axl Rose, gehen im Streit auseinander und sprechen nie wieder ein Wort miteinander. 1999 Axl Roses Manager erzählt den Medien, dass das Album "Chinese Democracy" 2000 veröffentlicht werden soll, nachdem der Sänger einen Song zu Arnold Schwarzeneggers Film „End of Days“ beigesteuert hat. 2000 Guns`n`Roses treten in veränderter Formation auf einigen Konzerten auf und performen die neuen Songs „Oklahoma“ und „I.R.S“. Ein Album kommt nicht heraus. 2001 Auch in diesem Jahr ist von einer Veröffentlichung immer wieder die Rede, Axl beschäftigt sich aber lieber mit Drogen, weswegen einige geplante Konzerte ausfallen. 2002 Axl tritt mit crazy Zöpfchenfrisur bei den MTV Video Music Awards auf. In Interviews erzählt er artig vom neuen Album, das aber auch in diesem Jahr nicht erscheint. Ende des Jahres wird dafür die geplante Tour spontan gestrichen, weil Axl immer wieder zu Gigs nicht erscheint. 2003 Guns`n`Roses spielen kleinere Konzerte. Ein findiger Ungar verkauft in Budapest Konzerttickets für eine Show, die weder geplant war, noch irgendwann stattfinden wird. 2004 Der zwischenzeitlich engagierte Gitarrist Buckethead (benannt nach dem Kentucky-Fried-Chicken-Eimer, den er als Kopfbedeckung trägt) verlässt die Band. Gerüchte über eine psychische Erkrankung Axls kursieren. Die Plattenfirma Universal Records, die die Rechte an den Songs der Band besitzt, plant ein Greatest Hits Album, das gegen den Willen von Axl Rose veröffentlicht wird. "Chinese Democracy" lässt nach wie vor auf sich warten. 2005 Im Internet gibt es für kurze Zeit einen Clip zu dem neuen Song „I.R.S.“, der schnell aus unbestätigten Gründen wieder offline geht. Der Gitarrist Richard Fortus erzählt der Presse er würde im Dezember zusammen mit Guns`n`Roses in L.A. ins Studio gehen. 2006 Bei einer Party zum Tourauftakt der Band Korn erzählt Axl Rose dem Rolling Stone Magazin, er arbeite an 32 Songs, von denen 26 bereits fertig gestellt seien. 13 davon sind für "Chinese Democracy" geplant. Als er Anfang Februar seinen 44. Geburtstag in einem Nachtclub feiert, soll er angeblich die Besitzer mit einem Demo der neuen Platte bestochen haben, damit der Club noch länger geöffnet bleibt. Seine alten Bandkollegen Slash und Izzy sind aber auf keinen Fall mit von der Partie, wie deren Management bestätigten. Spätestens im Sommer soll die CD im Laden stehen. Mal sehen...

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