Die wirklich coole Rockstar-Kleidung

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Der Chinese an sich ist, wenn man das mal so grob generalisieren will, kleidungstechnisch nicht unbedingt ein Freund des puristischen Understatements. Neben Louis Vuitton-Plagiaten (der junge labelbewusste Chinese spricht von: „Ähl Wie“) und „Calvein Klain“-Intimbekleidung findet man in kleinen Ständen auf chinesischen Kleidermärkten besonders oft bedruckte T-Shirts, deren genaue Botschaft in der Regel sowohl dem Verkäufer als auch dem Kunden schleierhaft ist. Das macht aber gar nichts, denn das Wichtige an den Hemdchen besteht allein darin, dass irgendetwas Buntes in einer westlichen Fremdsprache drauf ist. Was Slogan und Motiv betrifft, herrscht fröhliche Anarchie mit Tendenz zum kreativen Dadaismus. Während hierzulande sich das Spektrum an so genannten „Fun-Shirts“ sich meist in öden Saufsprüchen („Wasser sparen, Bier trinken“) und Werbung in eigener Sache („100% Engel“, „Pornostar“) erschöpft, nimmt man in China alles her, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, und tut es auf ein Stück Baumwolle. Die kulturelle Globalisierung treibt bizarre textile Blüten, folgende haben wir auf einem Markt in Guilin gefunden:

Die ungefähre philosophische Richtung stimmt auf jeden Fall. Eh wurst, in China kauft man schließlich keine Rolex, sondern eine Folex.


Jetzt ist es korrekt.


Eine recht freie Beatles-Interpretation.


Die chinesische Jugend gilt ja als brav und angepasst.


Ob diese T-Shirts das Gegenteil bezeugen?


Der neue Feminismus ist auch in China ein Thema.


Modemagazine sind eine gute Motivvorlage.


Gemeint ist hier Hedi Slimane, Ex-Chefdesigner von Dior Homme und Modegott aller anorektischen Jungsrocker. Das Original-Shirt stammt vom Label House of Holland und war 2007 le dernier cri der Londoner Modeszene.


Die japanischen Designer von Comme des Garcons entwerfen im kommenden Winter eine Kollektion für H&M. So werden die T-Shirts vermutlich nicht aussehen.


Zeit für eine kleine Deutschstunde.



Goethe, remixed (unbekannter Urheber). So lauten eigentlich die Originalzeilen aus dem Gedicht „Zahme Xenien“: Jüngling, merke dir, in Zeiten, Wo sich Geist und Sinn erhöht: Daß die Muse zu begleiten, Doch zu leiten nicht versteht.


So könnte VW-Merchandise „designed by Swarovski“ aussehen. An der Beschreibung des Autos kann man noch feilen.


Das wäre dann der Swarovski-Entwurf für die städtischen Wasserwerke.


Ein Manifest gegen Akne.


Manches muss man nicht verstehen.


???


Wer übrigens diese Bilder mit einem vermeintlich überlegenen Lachen anschaut, sollte daran erinnert werden, dass auch in europäischen Modeläden Kleidung verkauft wird, deren asiatische Schriftzeichen weder Käufer noch Verkäufer entziffern kann. Dass dieses Unwissen durchaus zu Peinlichkeiten führen kann, bewies Justin Timberlake als er sich für die Rolle des Bösewichts in dem Film "Alpha Dog" eine temporäre Tätowierung auf den Oberarm malen ließ. Das Schriftzeichen stammte aus dem Chinesischen und bedeutete übersetzt: "Eislaufen." Weitere peinliche Missverständnisse sind auf diesem Blog dokumentiert.

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