Dienstag, 11. November 2003

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Marina (EFA) Es gibt neues von der, zuletzt leicht angerosteten, Output-Maschine Benjamin von Stuckrad-Barre. Nachdem er sein Leben zu weiten Teilen bereits literarisch ausgeschlachtet haben dürfte, liefert er nun eine musikalische Biographie nach. "Autodiscographie" nennt sich die Compilation und enthält, so wird überliefert, das "musikalische Existenzminimum" des Schriftstellers. Das meint: Lieblingslieder. Stuckrad-Barre selber verkaufte ja, wie man als BILD-Leser weiß, seine umfangreiche Plattensammlung anlässlich der Übersiedlung in die Schweiz, um sich von Ballast zu trennen. Warum nun unsereiner wieder Ballast in Form dieser Platte anhäufen soll, beantwortet das nette Booklet nicht, zeigt aber hübsche Fotos vom Meister Klecksel persönlich und seinem sozialen Umfeld. Auf der Platte findet sich ein geiles Gemenge, das muss man sagen: Münchner Freiheit, Westbam, Charlatans, Ian Brown, Velvet Underground, Manfred Krug und so weiter. Alles große Lieder, alles guter Pop und tatsächlich ein 28-jähriges Zeitfenster durch das Stuckrad-Barre damit guckt. Gewonnen hat er aber erst mit dem Intro, bei dem der zweijährige Benjamin allerliebst zur Kindercassette trällert. Himmel, wie drollig! Die Platte haben die Ästhetik-Typen vom Kleinlabel Marina hübsch verpackt, so dass man fast kein Glanzpapier braucht, um das Teil zu verschenken. Ideal für Jungs also, und hey: die Girls werden es lieben!

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