Donnerstag, 1. Juli 2004

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Freud und Leid: Florian Mayer (links) hatte Pech, Maria Scharapowa hingegen ganz stöhn viel Glück (Fotos: dpa) Vorteil Jugend Die ganze Welt schwärmt von der Jugend. Zumindest von der Fußball-Jugend: Christiano Ronaldo, 19jähriger Portugiese (gestern abend Torschütze gegen Holland) oder Milan Baros, 21jähriger Tscheche (heute abend Torschütze gegen Griechenland) begeistern bei der Fußball-EM in Portugal. Doch in einem kleinen Dorf in Großbritannien stemmt man sich gegen diesen Fußball-Fanatismus. In Wimbledon hat man eigene Talente, die allerdings mit der gleichen Begeisterung für ihre jugendliche Frische bejubelt werden: „Baby-Goran“ und „Tennis-Beauty“ heißen die Jungstars beim Tennis-Turnier von Wimbledon. Gemeint sind ein 20jähriger Kroate und eine 19jährige Russin: Mario Ancic und Maria Scharapowa. Mit seinen „hammerharten“ Aufschlägen, die an sein Vorbild Goran Ivanisevic erinnern (deshalb Baby-Goran) schlug Ancic gestern den britischen Profi Tim Henman – und zog ins Halbfinale ein. Boris Becker kommentierte anschließend bewundernd: „Er hat ihn wie ein Frachtzug überrollt.“ Maria Scharapowa wählte bei ihrem Sieg gegen die Japanerin Ai Sugiyama einen anderen Weg: Als es zum Ende des zweiten Satzes spannend wurde, ließ sie jedem ihrer Schläge eine kräftiges Stöhnen folgen. Mit jedem Ballwechsel wurden die Geräusche lauter und lauter, und die Japanerin ließ sich gänzlich aus dem Rhythmus bringen – und „Tennis-Beauty“ Scharapowa – die gerne mit Anna Kurnikowa verglichen wird – zog ins Halbfinale ein. Der deutsche Jungstar in Wimbledon – und hier gibt es eine Parallele zum Fußball – hatte bei dem Turnier weniger Glück: Der schon als „Wiedergeburt des deutschen Tennis“ (Times) gelobte 20jährige Bayreuther Florian Mayer schied gestern abend im Viertelfinale gegen den Franzosen Sebastien Grosjean aus.

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