Ehrlich durch die Krise

Endlich kann man wieder einem Politiker wirklich Glauben schenken: Der südkoreanische Präsident Roh, der erst seit drei Monaten im Amt ist, hat nämlich öffentlich verkündet, dass ihn Selbstzweifel plagen.
kristina-naeke

Endlich kann man wieder einem Politiker wirklich Glauben schenken: Der südkoreanische Präsident Roh, der erst seit drei Monaten im Amt ist, hat nämlich öffentlich verkündet, dass ihn Selbstzweifel plagen. „Als Präsident fühle ich mich inkompetent", sagte er der Financial Times zufolge gegenüber südkoreanischen Führungspersönlichkeiten. Er befinde sich in einer Krise und halte sich nicht für fähig, den Pflichten eines Präsidenten nachzukommen. Während die einen finden, dass er sich damit selbst disqualifiziert habe, bewundern ihn die anderen – insbesondere die Jüngeren – dafür, dass er seine menschlichen Schwächen zeigt. Manch einer versucht die Aussage auch damit zu entschuldigen, dass der Präsident nach seiner Rückkehr aus den USA noch unter Jetlag leide. Roh jedenfalls macht jetzt erst mal zusammen mit seiner Familie Urlaub am Meer, um über seine politische Zukunft nachzudenken. In der Situation sicher eine gute Lösung, die auch der ein oder andere deutsche Politiker in einer Führungskrise mal in Betracht ziehen sollte.

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