Ein x für eine Box machen

Foto: AP Die „Xbox 360“ ist da.
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Illustration: Julia Schubert

Foto: AP Die „Xbox 360“ ist da. Microsofts mit viel Aufwand beworbene, neue Spielkonsole wird ab heute in Europa vekauft. Eine weiße, schmale Kiste, die vollkommen neuen Spielspaß garantieren – und Microsoft zumindest einen Punktsieg im Kampf der Konsolen gegen Playstation und Gamecube bringen soll. Von 300.000 auszuliefernden Exemplaren war im Vorfeld zu lesen und von Lieferengpässen, weil das Interesse so groß sein an der neuen, kleinere Spielkiste. Dieser vom Hersteller erwünschte Hype beim Start einer Spielkonsole ist nicht neu. Neu ist, dass Microsoft mit der „Xbox 360“ nicht nur auf Games setzt, sondern das multimediale Wohnzimmer an die Konsole anschließen will. Obwohl aus fremdem Hause, verhält sich die Xbox 360 wohl deshalb selbst zu Apples iPod recht freundlich. Musik aus dem itunes-Store kann man mit Microsofts Kiste zwar nicht abspielen, aber Diashows der gespeicherten iPod-Bilder lassen sich schon via XBox anzeigen. Auch die Digitalkamera kann man anschließen und der integrierte Player zeigt DVDs in angemessener Qualität. Die zweite Besonderheit der neuen Box ist das „Xbox Live“ genannte vernetzte Gaming. Um allerdings in der Xbox-Community gegen anderen spielen zu können, muss man dort eine Zusatzgebühr bezahlen – Sprach- und Text-Messenger sind hingegen auch ohne weitere Kosten zu nutzen. Ebenfalls etwas teuerer als die Standardversion (299 Euro) sind die mit der größeren Ausführung ausgelieferten kabellosen Controller (399 Euro), mit denen man auch wireless auf der Xbox spielen kann. Wahrscheinlich hat der der britische Guardian Recht, wenn er abschließend urteilt: Die Xbox 360 hat eine Menge Potenzial, aber die Revolution des Gamings ist sie nicht. Und wenn man dazu bedenkt, dass Sony und Nintendo fürs kommende Jahr ebenfalls die Revolution des Konsolen-Spiels angekündigt haben, wird sich erst zeigen müssen, ob die Xbox 360 tatsächlich einen solchen Hype auslöst, dass es zu Lieferengpässen kommt.

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