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Still, stiller Der Mann heißt Matt Hales und hat ein schlechtes Timing. Legt erst jetzt seine Platte vor, wo wir ihrer doch schon mindestens im Oktober so dringend bedurft hätten, wegen akutem Herbst-Schwermut feat. Licht am Ende des Tunnels und so. Das ist nämlich auch auf dem Album das große Thema. Jetzt kauert "Still Life" also kurz vor Karneval im lustigen Frühlingsschneematsch und fühlt sich dort unwohl wie ein krankes Kleinkind. Muss es aber gar nicht, denn auch im Lenz gibt es erfahrungsgemäß noch manch' mürrisches Stündchen, in der die zehn Lieder trösten können. Und Streicheleinheiten sind ja ohnehin saisonübergreifend dufte. Matt Hales saß für dieses zweite Aqualung-Werk viel am Piano und hat da vor allem, äh, gefühlvolle Balladen komponiert. Das klingt doof, ist aber super. Die Presse-Info erkennt in ihm deswegen einen "talentiertem, erfrischendem, vielseitigen und lebensbejaenden Singer/Songwriter". Das nun klingt super, ist aber doof. Matt Hales ist vor allem eines: unpeinlich in seinem Schmerz. Der fällt einem nicht gleich auf die Nerven, wie die vielen anderen Klimperaffen, die mit ihren gefühlvollen Balladen im Vorgarten rumstehen und jammern. Anders gesagt: Die zarten Songs von Aqualung können Knaben unverzagt auch für andere Knaben auf Kassette überspielen, falls derlei noch geschieht. Wurde schon erwähnt, dass das hier feine Popmusik ist? Nein? Das hier ist feine Popmusik! AQUALUNG, "Still Life" Veröffentlichung: 02.02.2004 Label: WEA Records