Es ist vorbei. Acht Regeln, mit denen du glimpflich davon kommst

Wenn eine Beziehung vorbei ist, ist erst mal alles schlimm. Mindestens einer, meist zwei Menschen leiden sehr. Nicht nur daran, dass eine Liebe gestorben ist, sondern auch daran, dass man den anderen nicht mehr sieht, mit dem man noch eben den Großteil seiner Freizeit verbracht hat. Manchen Menschen gelingt es trotz allem, mit Würde aus einer Liebesbeziehung hinaus- und in ein neues Stadium hinein zu treten. Acht Regeln, mit denen das ein bisschen leichter fällt
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Regel 1: Zuallererst musst du an dich denken. Dann an die anderen Egal, ob du Schluss gemacht hast, oder mit dir Schluss gemacht wurde, wenn die Beziehung vorbei ist, musst du erst einmal über dich selbst nachdenken. Abgesehen von den üblichen Gedankengängen, wie „Haare ab – peinlich oder trotzdem?“ und „Kontaktanzeige – print oder online?“, musst du auch darüber nachdenken, ob du mit dem Ex überhaupt noch Kontakt haben möchtest. Kann ja sein, dass der andere zwar im Bett und zu zweit super war, aber das heißt noch lange nicht, dass er auch außerhalb dieses Rahmens funktioniert. Lass dir mit diesen Gedanken Zeit und wenn du zu dem Schluss gekommen bist, dass du den anderen weiterhin in deinem Leben behalten möchtest, kannst du zu Regel 2 übergehen.

Regel 2: Gleich danach musst du an den anderen denken Vor allem, wenn du Schluss gemacht hast, wäre genau jetzt Rücksichtnahme angebracht. Nur weil du innerhalb eines Wochenendes und mit Hilfe eines Kanisters Apfelwein über die Beziehung hinweggekommen bist, muss das nicht für den andern gelten. Und es kann sein, dass der dich nicht für Freundschaftsmaterial hält. Also: Auch wenn du dich dazu durchringen konntest, dem anderen ein großzügiges „Lass uns Freunde bleiben“-Angebot zu machen, musst du auch akzeptieren, wenn es nicht angenommen wird. Ist hart, aber ist so.


Regel 3: Erledigt ist erledigt. Beziehungsarbeit abgeschlossen Es ist vollkommen in Ordnung, eine Aussprache nach dem Ende zu verlangen. Zwei diesbezügliche Treffen gehen auch noch in Ordnung, wenn bei dem ersten zu viel Alkohol im Spiel war. Aber wenn du ein drittes, viertes, fünftes Mal „darüber sprechen“ musst, woran die Beziehung gescheitert, warum es damals so schrecklich schief gegangen ist und wie genau dein Seelenleben seitdem aussieht, dann ist das nicht mehr angemessen, sondern nervig und latent bedrohlich. Belästige damit lieber deine Sandkastenfreunde oder dein Tagebuch.

Regel 4: Das Telefon nachts ausschalten Sei dir selbst ein guter Freund und gehe mit Drogen und Alkohol zu Beginn dieser Phase eher sparsam um. Schlimmstenfalls bastelst du dir daraus ein echtes Problem, das du noch länger mit dir herumschleppst. Bestenfalls blamierst du dich nachhaltig. Betrunken findet man es nämlich komischerweise immer total okay, nächtliche SMS zu schreiben, die mit „Irgendwie fehlst du total“ beginnen und mit Kopfweh enden. Dass du diese Gefühle hast, ist nicht schlimm. Schlimm ist es nur, wenn du unter Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen Schritte unternimmst, die du eigentlich nicht tun wolltest. Kauf dir deshalb einen Wecker und denke immer daran, nachts dein Handy auszuschalten.


Regel 5: Sex hat damit nichts zu tun Ex-Sex kommt vor, kann gut sein, kann schlimmer sein als mit dem Kopf voran in die Erde gehämmert zu werden – kommt immer darauf an, was man sich davon verspricht. Aber, wie gesagt, es kommt vor und du musst dich deshalb nicht schämen oder für besonders verrucht halten. Nur: wenn du mit deinem Ex ins Bett gehst, solltest du tunlichst vermeiden, das mit einer soliden Basis für einen freundschaftlichen Umgang zu verwechseln. Denn das ist es nicht. Solange Sex noch eine Rolle in eurer Beziehung spielt, könnt ihr keine guten Bekannten, geschweige denn Freunde sein. Könnt. Ihr. Nicht. Punkt.

Regel 6: Du hast seine neue Beziehung zu akzeptieren Das ist vielleicht die schwierigste Regel, aber du musst sie einhalten. Wenn du mit deiner Ex-Beziehung weiter zu tun haben willst, geht es nicht, ihren neuen Partner einfach auszuklammern. Selbstverständlich kannst du dich auch für Monate mit deiner Ex-Beziehung treffen und seine neue Beziehung einfach ignorieren. Aber das bedeutet, dass du einen sehr wichtigen Teil seines Lebens übergehst. Und das geht nicht. Wenn du also merkst, dass dir ein mögliches Treffen mit dem strahlenden Paar Herzrasen verursacht, solltest du deine Einstellung zu dem Thema vielleicht noch einmal überdenken.


Regel 7: Ihr seid nicht Harry und Sally. Ihr seid nicht Mr. Darcy und Elizabeth Wenn du dich auch nach längerer Zeit noch dabei ertappst, dir auszumalen, wie es sein wird, wenn ihr erst aus all den Streitereien herausgekommen seid und festgestellt habt, dass ihr eigentlich und für immer zusammengehört. Dann solltest du schleunigst das Weite suchen. Dass das Leben anders als im Film verläuft, weißt du ja eigentlich. Fast immer gibt es gute Gründe dafür, dass eine Beziehung gescheitert ist. Und sehr, sehr selten kommt man nach Jahren des lockeren Kontakts zu der Erkenntnis, dass man doch füreinander bestimmt war. Wenn du also nur deshalb noch mit deinem Ex Kontakt hast, um deinem Leben ein bisschen mehr Tiefe und Drama zu geben, dann ist das nicht romantisch, sondern ganz besonders doof.

Regel 8: Sei höflich. Auch wenn der andere es nicht verdient Auch wenn aus der Beziehung nichts als Mist geworden ist. Auch wenn der andere sich wie ein Riesen-Rhinozeros aufgeführt hat und auf deinen Gefühlen herumgetrampelt ist - mit Absicht. Auch wenn all das geschehen ist, versuche trotzdem, ein Mindestmaß an Höflichkeit anzuwenden, wenn du dem anderen aus Versehen begegnest. Dazu gehört zum Beispiel, zu grüßen, keine Szene in der Öffentlichkeit zu machen und ein würdevoller Abgang. Das ist schwer, aber das Gute daran ist: Du kannst verdammt stolz auf dich sein.

Text: penni-dreyer - Illustrationen: Katharina Bitzl

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