Fernweh zum Essen: Diese Lebensmittel wollen wir auch in Deutschland haben

Mit dem Start des Wintersemesters in der nächsten Woche kehren auch viele Studenten zurück nach Deutschland - der Auslandsaufenthalt, das Gaststudium und der Urlaub in der Fremden haben bei vielen den Wunsch nach fremden Produkten geweckt. Die jetzt.de-Redaktion hat Produkte ausgewählt, die wir uns selber von Auslandsaufenthalten mitbringen. Ergänze diese Liste und schreibe auf, welche Lebensmittel aus dem Ausland du auch gerne in Deutschland hättest
dirk-vongehlen

Das Produkt: Ein herber Brotaufstrich, der aussieht wie Schoko-Creme: Vegemite

Darum braucht man es in Deutschland: Weil Streichkäse nicht nur beige sein muss. Dieser dunkle Brotaufstrich schmeckt für Nicht-Australier wie ein sehr herber Streichkäse, lässt sich aber mit jeder Form von Cracker beim Bier kombinieren - und schmeckt sehr bald. Bei wem sich nach zwei Bissen kein guter Geschmack einstellt, dem wird von dem Konsum abgeraten. Hier gilt wie so oft: Lieben oder lassen. Die Entstehungsgeschichte der "worlds richest known sources of Vitamin B" reicht bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Damals wurde die schwarze Paste erfunden. Mittlerweile ist der hefehaltige Brotaufstrich zu einer Art australischen Ikone geworden. Das sagen die Freunde Zuhause: Nee, sorry. Ich muss schon kotzen, wenn ich das nur rieche. Das sagen die Freunde im Herkunftsland: Super, wir echten Australier lieben es. Warum sich Menschen in Israel über Milch aus der Tube freuen, liest du auf der nächsten Seite.


Das Produkt: Kondensdicksüßmilch in der handlichen Tube (50 Gramm) aus Israel.

Milch aus Israel, Abb. ähnlich Darum braucht man es in Deutschland: Für Kaffeetrinker die Produktentdeckung des Jahres: Nie mehr Milchkartons tragen, nie mehr auf saure Milch speien, nie mehr Zucker verschütten. Die Kondensdicksüßmilchtube vereint Funktionalität und Nostalgie mit einem Geschmackserlebnis der Extraklasse. Besonders praktisch: Durch das praktische Format bedingt, kann Kondensdicksüßmilch stets problemlos mitgeführt werden. So kann man sich bei Starbucks einen günstigen schwarzen Brühkaffee kaufen und anschließend selbst eine Latte-Macchiato-Grande-Supersweet zaubern! Das sagen die Freunde zuhause: Milch ist doch gar nicht koscher, oder? Das sagen die Freunde im Herkunftsland: Nein, Milchschaum gibt es nur in der Sprühdose. Dass fika nicht unanständig, sondern ein schönes Beiwerk zu tollen Produkten aus dem hohen Norden ist, liest du auf der nächsten Seite.


Das Produkt: Kanelbullar, genauer Gifflar von Pagen

Darum braucht man es auch in Deutschland: Zimt macht glücklich und Zimt ist in schwedischem Gebäck obligatorisch – in jeder Bäckerei und jedem Supermarkt gibt es eine Auswahl an Zimtkringeln (Kanelbullar), Zimttörtchen und Zimtstangen. Das Zeug ist nicht trocken, sondern immer schön zimtfeucht und Kardamom ist auch meistens dabei. Gegessen werden die Zimtkringel immer, besonders gerne zur „fika“, der nahezu ständig stattfindenden Kaffeepause der Schweden. Selbst in kleineren schwedischen Zügen verkaufen die Schaffner Kaffee und Zimtkringel. Zu mitnehmen nach Hause empfehlen sich die kleinen Kanelgifflar von Pagen aus dem Supermarkt, sie sind der perfekte Snack für die lange Autoheimfahrt: Bröseln und schmieren nicht, schmecken traumhaft und machen satt. Weil eine Tüte also immer schon bei der Fahrt drauf geht, sollte man zwei mitnehmen. Das sagen die Freunde Zuhause: „Ich steh nicht so auf Gebäck.“ Das sagen die Freunde im Herkunfstland: „Hej, machen wir doch einen schwedenweiten „Kanelbullar-Tag“!“.(immer am 4.Oktober) Viel Eiter verspricht das Produkt auf der nächsten Seite.


Das Produkt: Extrawurst+Kremser Senf

Darum braucht man es auch in Deutschland: In Österreich hat man ein viel engeres Verhältnis zur Wurst. Kaum ein Wien-Bericht der ohne Schilderung der saftigen „Eitrigen“ abgeht, kaum eine österreichische Bergbesteigung, die auf Kaminwurzen und Landjäger verzichtet. Aber auch am Frühstückstisch oder zur Jausn vor der ZiB hält der Wurstteller die rotweissrote Fahne hoch, mit einem ganz profanen Belag: Extrawurst. Sie ist der Prototyp der Aufschnitt-Wurst, hellrosa, vollkommen homogen, mit einer Plastikpelle umwickelt - Fleischwurst, sagt der Metzger vielleicht dazu. Hierzulande sind blöde Champignons, Paprika und Oliven drin, in Österreich huldigt man der puren Extrawurst und verpackt sie im Supermarkt in gigantische Kilo-Torpedos. Auf Toast mit einem guten Tupfer Kremser Senf oder in einer schön knautschigen Kaisersemmel ist so eine Extrawurst ein Hochgenuß. Und wenn sie weg ist, schmeckt der Kremser auch einfach so auf Brot oder Finger. Echt! Das sagen Freunde Zuhause: „Iih, ekliges Wurstpaket und der Senf sieht doch aus wie Weißwurstsenf?“ Das sagen Freunde im Herkunftsland: „Wahre Wurstliebhaber wissen: Die Extrawurst ist die Visitenkarte des Fleischermeisters.“ (laut Reklame einer Österreichischen Metzgerei)


Das Produkt: Weizen-Plätzchen, die man in Milch auflöst.

Darum braucht man es in Deutschland: Die britische Firma Weetabix Limited, die ein Weizen-Korn im Logo führt, hat der Welt diese Weizenplätzchen geschenkt, deren größte Leistung es ist, dass sie sich in Milch zu einer matschigen Pampe auflösen lassen. Engländer schwören auf diesen Brei, der auch dem deutschen Löffel-Frühstück das Image von Körnern, Hippies und Müsli nehmen könnte. Das sagen die Freunde Zuhause: Das ist nicht dein Ernst, oder? Ich bleib beim Müsli. Das sagen die Freunde im Herkunftsland: Yeah I like it. Indeed. Was Amerikaner mögen, verkaufen sie direkt in Jumbo-Packungen. Das nächste Produkt beweist es.


Das Produkt: Aspirin in der 1.000-Stück-Packung für 7,27 Dollar, gesehen bei CVS

Darum braucht man es auch in Deutschland: Klar, Amerikas Gesundheitssystem stinkt, das wissen wir nicht erst seit Michael Moores „Sicko“. Aber Amerika hat etwas, was uns fehlt: einen laxerer Umgang mit dem Verkauf von Medikamenten. Der Gang durch die Regale bei CVS oder Walgreens ist für unsereins wie der Eintritt ins Paradies der Selbstmedikation. Für alle Zipperlein, die wir im Laufe unseres Lebens angesammelt haben, gibt es eine preiswerte Lösung. Und zwar ganz ohne den demütigenden Gang zum Arzt. Aspirin zum Beispiel, bekommen wir hier nur in Apotheken für viel Geld. Wir brauchen aber viel Aspirin, weil wir immer solche Kopfschmerzen vom Denken haben. Und deshalb brauchen wir es billig und im 1.000er-Pack im Supermarkt. Sofort. Das sagen die Freunde Zuhause: „Krass, darf ich mir mal hundert Aspirin ausleihen?“ Das sagen die Freunde im Herkunftsland: „Krass, ihr Deutschen. Euer Leben ist ja wohl voll durchreglementiert.“ Welche Produkte aus dem Ausland vermisst du? Welche Lebensmittel sollten dringend in deutschen Supermärkten verkauft werden? Erzähl davon!

Text: dirk-vongehlen - christina-waechter, max-scharnigg, dana-brueller

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