Gebrauchskörper für alle

Reden, Essen und Politik machen Menschen auf der ganzen Welt - aber überall ein bisschen anders. Das ist beim Sex genauso. Zur Förderung des Völkerverständnis heißt es in Zukunft auf jetzt.de also immer mal wieder: Sex in geographischer Ordnung - und was wir davon haben. Heute mit Japan.
meredith-haaf

Beschreibung: Japan ist ein steiniges Eiland im fernen Osten. Es besitzt einen Kaiser, kaum Rohstoffe und eine jahrtausend alte Tradition, die alles von Schriftkultur über Samuraikampf bis zu einer besonderen Neigung zum Karaokesingen einschließt. Japan ist ebenfalls Heimat einiger unerklärlicher Trends. Pinkweiße Katzen ohne Münder, Perlenkettchen für Mobiltelefon und roher Fisch in getrocknetem Seetang sind da so Beispiele: Was ein crazy Trend ist, das ist in Japan beheimatet. Das finden wir an Japan sexy: Ein Café für Mädchen.

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Illustration: Julia Schubert

Geschlechtsspezifische Gastronomie ist in Japan das ganz große Ding. Vor kurzem hat in Tokio das erste Butlercafé eröffnet. Die ausschließlich weiblichen Gäste werden dort von adretten Jungs in schwarz-weißen Uniformen bedient. Das Lokal ist eine Antwort auf die beliebten Maid-Cafés, wo sich Männer von aufopferungsvollen Mädchen in Kammerzofenoutfits umsorgt wurden. Um das Ganze weht zwar durchaus ein leichter Hauch Chauvitum – aber wer will sich schon an schäbigen Begrifflichkeiten aufhängen, wenn er sich Schokotorte und Milchkaffee von attraktiven Menschen in gut sitzenden Anzügen vorbei bringen lassen kann? Das regt eher ab: Sexroboter Japan ist ja nicht nur unendliche Trendfontäne sondern auch der Technik-Trailblazer unter den Nationen. Mobiltelefone, Flachbildschirme, Musikabspielgeräte und Roboter. Die gibt es auch bald für’s Bett. Und schon jetzt ist der Sex mit Synthetikkörpern ein gutes Geschäft – die entweder man kauft sich einen oder mietet ihn im Puppenbordell. Bisher waren die lebensgroßen Silikonpuppen noch extrem passive Partner, doch mit den rasanten Entwicklungen in der Robotertechnologie wird sich das bald ändern. Puppenfans reiben sich die Hände, lässt sich in japanischen Blogs wie diesem nachlesen. Sextendenz: Unterwürfigkeit ist geil. Und wer sie nicht zu Hause bekommt, kauft sie sich eben im Laden. Heimprognose: Könnte hier auch funktionieren für all diejenigen, die verzweifelt versuchen, das Patriarchat wieder auferstehen zu lassen. Allerdings erst dann, wenn die Puppen in der Lage sind, kleine Roboterbabys zu gebähren.

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