God bless you please, Mrs. Robinson

Es klingt wie nach einem schlechten Teenager-Traum – und einem der Witze über den besonderen Wahnsinn, der in den Vereinigten Staaten zu Hause ist: Diesen Mittwoch muss sich eine verheiratete und schwangere Frau wegen Kindesmissbrauchs vor einem Gericht in Georgia verantworten – und das missbrauchte Kind ist ihr Ehemann.
durs-wacker

Es klingt wie nach einem schlechten Teenager-Traum – und einem der Witze über den besonderen Wahnsinn, der in den Vereinigten Staaten zu Hause ist: Diesen Mittwoch muss sich eine verheiratete und schwangere Frau wegen Kindesmissbrauchs vor einem Gericht in Georgia verantworten – und das missbrauchte Kind ist ihr Ehemann. Er ist 15 Jahre alt. Von ihm ist sie auch schwanger. Die 37-jährige Lisa C. hatte den Jungen vergangenes Jahr kennen gelernt. Er hatte sie hartnäckig um ein Rendezvous gebeten und ihr vorgegaukelt, er sei bereits 17 Jahre alt. „Ich wollte nicht mit ihm ausgehen und sagte immer wieder: Nein“, erzählte Lisa C. in einem Interview mit einem Fernsehsender. „Dann gab ich nach. Er war so süß.“ Kurz darauf war Lisa C. schwanger. Jetzt kam eine der skurrilen Besonderheiten des amerikanischen Rechtsystems ins Spiel: Im Bundesstaat Georgia ist es Minderjährigen erlaubt, ohne Erlaubnis ihrer Eltern zu heiraten – wenn die Braut schwanger ist. Das Gesetz aus den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts war geschaffen worden, um die Geburt unehelicher Kinder zu verhindern. Lisa C. und ihr Freund machten sich das Gesetz zu nutze und heirateten am 8. November in einer Garagenauffahrt. Als jedoch die Großmutter des Jungen, die sein gesetzlicher Vormund ist, von der Hochzeit und vor allem von der Schwangerschaft erfuhr, zeigte sie Lisa C. wegen Kindesmissbrauch an. Lisa C. sei ein Tier und gehöre hinter Gitter, sagte Judy Hayles. Lisa C. wurde festgenommen, in Untersuchungs-Haft gesteckt und erst gegen Kaution wieder freigelassen. Lisa C. sagte, sie werde Opfer einer Hexenjagd, nur weil sie jemand liebe: „Ich bin glücklich, er ist glücklich, aber sie wollen nicht, dass wir glücklich sind.“ Am Mittwoch beginnt der Prozess.

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