Den größten Wald der Welt pflanzen – das ist das Ziel der Online-Plattform WikiWoods. Wer etwas für den Klimaschutz tun will, trägt sich auf der Plattform, die nach dem Wiki-Prinzip funktioniert, in die Mitpflanzer-Liste ein: Jeder kann die Texte verändern und neue Informationen hinzufügen. Wenn ein Pflanzprojekt in der Nähe zustande kommt, wird man per E-Mail informiert und eingeladen. Oder man nutzt WikiWoods, um eine eigene Pflanzaktion zu starten. Die Nutzer können aktuelle News veröffentlichen und beim Pflanzen gewonnene Erfahrungen austauschen. So kommen Freizeitaktivisten, Experten und Geldgeber zusammen.

Das Projekt wurde im letzten Jahr in Berlin von dem Wissensmanager Ingo Frost gegründet und hat seitdem vier Baumpflanzaktionen in Berlin und Brandenburg organisiert. Während seines Studiums schrieb der 29-jährige Ingo eine Diplomarbeit über Wikis und die Möglichkeiten, sich online zu vernetzen. So kam ihm die Idee zu WikiWoods. Mittlerweile besteht das aktive Team aus sieben Mitarbeitern zwischen 25 und 35 Jahren. Svenja Rubsch ist zuständig für die Pressearbeit. Die 32-Jährige: „Klimaschutz beginnt mit der massiven Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Gleichzeitig kann durch den Aufbau naturnaher Wälder Kohlendioxid aus der Luft wieder gebunden werden.“ Der Baumticker auf der Startseite verrät, dass bislang 2740 Bäume gepflanzt wurden. Auf der Mitpflanzerliste stehen bis jetzt über 160 Interessierte, von denen bereits mehr als 120 an einer Pflanzaktion teilgenommen haben. Das Ziel ist, noch mehr Helfer für weltweite Aktionen zu finden, um durch Baumpflanzungen nachhaltig positiv auf das Klima einzuwirken. Kontakte nach Italien und Nigeria sind schon geknüpft. Natürlich darf man nicht einfach so irgendwo einen Baum pflanzen. Deswegen arbeitet WikiWoods eng zusammen mit dem „Naturschutz Bund Deutschland e.V.“, der Fläche zur Verfügung stellt. Der angepflanzte Wald soll entweder in Form von Naturschutzgebieten geschützt oder als Allgemeingut genutzt werden, um Natur- und Umweltschutz zu vermitteln.

WikiWoods will online vernetzen und offline bewegen. Dafür müssen die „WikiWood’ler“ kein Umweltverband sein, nicht mal einen eigenen Verein gründen. WikiWoods gehört zu einer Szene von Aktivistinnen und Aktivisten, die das Internet mit dem Ziel nutzt, die Welt zu verbessern. Ähnliche Organisationen sind Betterplace und Helpedia - über die hier und hier bereits auf jetzt.de berichtet wurde.