Happy Birthday, Superwarze

Lemmy Kilmister, Sänger von Motörhead, der „lautesten Band der Welt“, wird 60 – ausgerechnet am Heiligen Abend. Wir gratulieren herzlich mit einer kurzen Zwölf-Punkte-Biografie der berühmtesten Warze des Rock’n’Roll.
christoph-koch
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Illustration: Julia Schubert

Lemmys Vater war Prediger, seine Mutter spielte während des Gottesdienstes Orgel. Der Vater verließ die Familie als Lemmy drei Monate alt war. In den meisten Motörhead-Songs wird Religion deshalb als eher ungeile Erfindung beschrieben. Lemmy arbeitete als Redakteur bei der Schülerzeitung seiner Schule. In einem Auftritt in der Komödie „Airheads“ spielt er kurz diese Tätigkeit an. Lemmy hatte vor Motörhead einige andere Bands: Rockin’ Vickers, Sam Gopal's Dream, Opal Butterfly und Hawkwind. Aus letzterer wurde er wegen seines Drogenkonsums (überwiegend Speed) rausgeworfen. Lemmy arbeitete eine Weile als Gitarrentechniker für Jimi Hendrix. Bevor Motörhead Motörhead hießen, hießen sie Bastard. Ihr Manager wies sie darauf hin, dass sie mit einem solchen Namen nie einen Auftritt bei „Top of the Pops“ bekämen. Mit Motörhead ist Lemmy später mehrmals in der Sendung aufgetreten. Beim Soundcheck fragt der Tontechniker Lemmy stets, ob die „DFA Levels“ an dessen Bass in Ordnung seien. DFA steht dabei für „does fuck all“ und ist zumindest für Motörhead und Crew ein feststehender soundtechnischer Begriff. Lemmys größter Hit „The Ace of Spades“ handelt vom Glücks-, genauer gesagt: Kartenspiel. Dabei zockt Lemmy eigentlich viel lieber am einarmigen Banditen. „Aber über rotierende Früchte kann man nicht singen“, begründet er den Fokus auf das Pik-As. Am 9. November diesen Jahres wurde der Song in dem kanadischen Club „The Boat“ 128-mal hintereinander gespielt. Nachdem Lemmy im letzten Jahr vollkommen dehydriert zusammengebrochen war, konnte ihm sein Management zumindest die offizielle Zusage abringen, in Zukunft seinen Jack Daniels mit Eiswürfeln zu genießen. Lemmy sammelt Nazi-Memorabilia und wird deshalb häufig als rechtsradikal betrachtet. Er selbst sieht sich als Anarchist. Zwei Obsttörtchen und ein bisschen Joghurt waren alles, was Lemmy während eines zweiwöchigen Dauer-Amphetamin-Exzesses zu sich nahm. Damals war er allerdings noch ein paar Jahre jünger.

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