Hauptsache Athletenherz

Die Zukunft im Berufsleben heißt Crossover.
durs-wacker

Die Zukunft im Berufsleben heißt Crossover. Experten knallen es einem wie Watschen um die Ohren: Du wirst nie und nimmer dein ganzes Leben an nur einem Arbeitsplatz verbringen. Du wirst den Arbeitgeber und die Branchen und Deine Aufgabenbereiche wechseln wie in der Pubertät deine Freunde. Hier und nur heute drei mäßig repräsentative Beispiele, die uns zumindest im Ansatz zeigen: Die erste berufliche Heimat muss und wird nicht die letzte sein. Beispiel 1: Die Herren Florian König, Niki Lauda, Kai Ebel und Christian Danner haben bisher als eine Art moderierender Männerclub die Formel-1-Übertragungen von RTL betreut. In der kommenden Saison steht Ihnen die wunderbar breitschultrige Franziska van Almsick, 27, zur Seite. An mehreren Rennwochenenden wird sie vor Ort sein und in der Rubrik „Franzi on Tour“ Interviews führen und Hintergrund-Reportagen von der Rennstrecke präsentieren. Van Almsick war, die Älteren unter uns erinnern sich, eine Schwimmerin, die mehrere Welt- und Europameisterschaften gewonnen hat. Nach den olympischen Spielen von Athen im Jahr 2004 hat sie ihre Karriere beendet. Jetzt sagt sie: „Schnelle Autos und hohes Tempo haben mich schon immer fasziniert. Die Formel 1 ist vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen ungewöhnlich für eine Schwimmerin, aber ich habe ein Athletenherz, und das ist die Hauptsache.“ Beispiel 2: Der Mann hat auch mal die Formel 1 moderiert, aber zu Zeiten, als das noch eine Musiksendung in der ARD war, kaum jemand kann sich daran erinnern – wir reden von Ingolf Lück. Er ist Komödiant und Moderator. Und seit Dezember Musicaldarsteller. Noch bis Ostern sehen ihn Zuschauer im Musical „Die Schöne und das Biest“ im Centro Oberhausen. Lück spielt den Kerzenleuchter Lumiere und trägt an jeder seiner Hände einen Kerzenstummel. „Nachdem ich meine Feuerprobe als Musicaldarsteller bestanden habe, will ich weiter brennen“, sagt Lück. Beispiel 3: Die größte aller möglichen Frauenzeitschriften, die Brigitte aus Hamburg, hat zum dritten Mal den Sieger des Brigitte-Romanpreises gekürt. Eine Jury, in der unter anderen Juli Zeh, Birgit Vanderbeke und Wladimir Kaminer saßen, koren Mark Pätzold, 32, zum Sieger. Sein Manuskript zum Roman „Die lange Nacht“ preist Herr Kaminer aufs erwärmendste: „Ein perfekt konstruiertes, ausgeklügeltes, raffiniertes Werk, das von Menschen handelt, die sich und die Welt neu erkunden.“ Die Geschichte handelt von zwei Männern, die nach einem Flugzeugabsturz über der Nordsee die Nacht auf einer Sandbank verbringen und die großen Lügen ihrer Freundschaft zur Sprache bringen. Jetzt wird das Buch veröffentlicht und es bleibt festzuhalten, dass Mark Pätzold in Berlin lebt und dort nicht nur Autor sondern außerdem Tauchlehrer und Luft- und Raumfahrttechniker ist.

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